Es bleibt alles anders bei „DSDS“

Fernsehen Alles war wie gehabt und doch alles auch ein bisschen anders beim Start der neuen Staffel "Deutschland sucht den Superstar" bei RTL. Die Sprüche von Dieter Bohlen, die musikalischen Totalausfälle, die Freaks, die Talente, der unerträgliche Marco Schreyl, die neue Jury - alles wie immer. Und auch wieder nicht. Bohlen und Co. gönnten sich mehr Selbstironie und weniger Gehässigkeit. Die frühere Kritik an den menschenverachtenden Zügen der Show hat offenbar Wirkung gezeigt.

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Zwar hatte Dieter Bohlen immer noch seine berühmten Sprüche drauf ("Du hast weniger Töne getroffen als ein Nackthund Haare am Arsch hat."). Aber die Abfuhren werden auf relativ nette Art serviert. Wer geistig allzu minderbemittelt wirkte, wurde ohne viel Gehässigkeiten wieder hinauskomplimentiert. Viel ist im Vorfeld schon geredet und geschrieben worden über den "Krieg der Castingshows". "DSDS" gegen "The Voice" gegen "Unser Star für Baku".

Schon im Vorspann der neuen Staffel machen "DSDS" und RTL klar, dass sie sich nicht die Wurst vom Teller ziehen lassen wollen. Da wird Dieter Bohlen mit seinem typischen Schrei-Gesicht wie eine überlebensgroße King-Kong-Statue in Ketten gelegt, die er natürlich sprengt. In gewaltigen Buchstaben wird dem Zuschauer wie mit dem Presslufthammer eingehämmert, wie GEIL und MEGA diese Show ist. Wieviele Nummer-Eins-Hits und Gold-Platten es gab undsoweiterundsofort. Und es wird sehr, sehr viel geschrien.

Bei den Castings wurden die Comic-Elemente diesmal sogar noch weiter verstärkt. Da weiß man vor lauter Einblendungen und Musik-Einspielungen und optischen und akustischen Gags bald schon gar nicht mehr, was und wie der Kandidat nun wirklich gesungen hat. Ist aber ja auch egal. "DSDS" ist ja schon länger eine Art Durchlauferhitzer für musikalische Eintagsfliegen. Das ist kein ernsthaftes Musikcasting, sondern pure Unterhaltung. Aber als Unterhaltungsshow funktioniert die Bohlen-Masche nach wie vor exzellent. Das muss man anerkennen.

Die neue Jury mit Cascada-Frontfrau Natalie Horler und Bruce Darnell ist auf jeden Fall ein Gewinn. Die Chemie zwischen den Dreien stimmt, und Darnell und Frau Horler scheinen nicht nicht bloß Stichwortgeber für Dieter Bohlen zu sein. Auch diese Staffel dürfte wieder sehr gute Quoten einfahren. Man fühlt sich ein bisschen wie beim "Supertalent". Bruce Darnell guckt entgeistert in Zeitlupe, Bohlen macht seine Sprüche und ein Volltrottel, der sich Party-Boy nennt, rennt nur mit Mikro-Unterhose bekleidet rund um den Tisch. Eine Mischung aus XXL-Kindergeburtstag und Knalltüten-Karneval. Eigentlich könnte man "DSDS" und "Supertalent" auch gleich fusionieren.

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