Springer beteiligt sich an NewsRight

Publishing Die Axel Springer AG ist eines von 29 Medienunternehmen, die in das Startup NewsRight investieren. Geschäftszweck von NewsRight ist die Lizensierung von Inhalten der beteiligten Medienunternehmen. Betreiber von Webseiten, die diese Inhalte bereits nutzen, sollen quasi von Piraten zu Geschäftspartnern gemacht werden. Die anderen Gründungsmitglieder sind vorwiegend US-Medienkonzerne wie die New York Times, Hearst und Advance Publications (Condé Nast). CEO von NewsRight ist David Westin.

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NewsRight geht auf News Registry der Nachrichtenagentur Associated Press zurück. News Registry war zunächst als Werkzeug gedacht, um Textpiraten auf die Spur zu kommen – also Betreibern von Webseiten, die fremde Inhalte für ihre eigenen, kommerziellen Zwecke verwenden. Das US-Blog Mashable zitiert CEO Westin. Das Geschäftsmodell des Online-Journalismus habe eine "Schwachstelle". Diejenigen, die in Inhalte investierten, seien nicht diejenigen, die dafür einen Wert zurückbekämen: "Wir wollen dieses Ungleichgewicht korrigieren."

NewsRight als Ableger von News Registry soll nun, so berichtet der britische Dienst  Paid Content, nicht nur geklauten Content sichtbar machen. Das Startup wird von seinen Gesellschaftern auch dazu ermächtigt, Lizensierungsvereinbarungen abzuschließen. Laut Paid Content ist NewsRight mit Startinvestitionen von 30 Millionen Dollar ausgestattet. Im Visier haben die NewsRight-Gründer beispielsweise sogenannte Monitoring-Dienste, also Firmen, die im Auftrag von Unternehmen das Internet nach Beiträgen über sie durchforsten – und diese damit kommerziell nutzen. Die Lizensierung soll demnach sehr einfach abzuschließen sein. NewsRight soll dagegen nicht ermächtigt sein, Verletzungen von Urherberrechten zu ahnden. Dies bleibe den Inhalteproduzenten selber überlassen.

Axel Springer ist das derzeit einzige deutsche Unternehmen, das in NewsRight investiert. Folgerichtig ist der Schritt, ist Springer doch erster Lobbyist für die Verabschiedung eines Leistungsschutzrechtes für Verlage in Deutschland. Vorstandschef Mathias Döpfner will damit Inhalte-Piraterie ein Ende bereiten, doch das Leistungsschutzrecht ist äußerst umstritten. Bisher hat weder Springer noch ein anderer Verlag konkrete Zahlen vorgelegt, wie groß das Ausmaß der angenommenen Inhaltepiraterie von Textbeiträgen tatsächlich ist.

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