Auch BW Bank widerspricht Wulff

Fernsehen Nach der Bild widerspricht auch die BW Bank Wulffs Ausführungen im TV-Interview am Mittwoch. Der Bundespräsident hatte behauptet, der Kredit mit der Bank sei bereits im November beschlossen gewesen; in Wirklichkeit jedoch soll er erst kurz vor Jahresende unterschrieben bei dem Geldinstitut eingegangen seien. Die Mehrheit der Bevölkerung stuft Wulffs Auftreten bei ARD und ZDF unterdessen laut einer repräsentativen Umfrage als "peinlich" ein.

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Wie die Tageszeitung die Welt berichtet, bestreitet die BW Bank die Darstellung Wulffs über einen Privatkredit. Bundespräsident Christian Wulff erklärte im TV-Interview, dass der langfristige Kredit für sein Einfamilienhaus bereits im November in trockenen Tüchern gewesen sei. Die BW Bank bestätige zwar, dass man die Konditionen für den Kredit bereits am 25. November mündlich geklärt hatte, aber es damals nicht zu einer vertragsbindenen Unterschrift kam, so die Zeitung.
Wulff sagte im TV-Interview: "Es gilt auch Handschlagqualitäten in diesem Bereich, wenn man sich mit einer Bank verständigt." Das jedoch widerlegt Günter Hörmann, Geschäftsführer der Verbraucher Zentrale Hamburg, gegenüber Spiegle Online: "Die Aussage von Herrn Wulff im Interview ist falsch. Ein Verbraucherkreditvertrag bedarf nach Paragraf 492 Bürgerliches Gesetzbuch der Schriftform." Auch die BW Bank gibt an, dass ein Kreditvertrag mit Verbrauchern einer Schriftform bedarf. So schickte die Bank einen schriftlicher Vertrag am 12. Dezember an Wulff, unterschrieben wurde dieser am 21. Dezember, und erst am 27. Dezember erhielt die Bank den Vertrag zurück.
Auch die Bild hatte den Ausführungen Wulffs kurz nach dem TV-Interview am Mittwoch Abend widersprochen. Der Bundespräsident hatte auf Fragen von Ulrich Deppendorf und Bettina Schausten versichert, er habe lediglich versucht, die Veröffentlichung über seinen Hauskredit um einen Tag zu verzögern. Die Bild konterte am folgenden Tag, in der Redaktion sei ein ganz anderer Eindruck entstanden: Wulff habe die Berichterstattung ganz verhindern wollen.
Umfrage-Mehrheit: Wulff nicht überzeugend

Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest im Auftrag der ARD ist die Bevölkerung vom Auftreten Wulffs in seinem TV-Interview nicht überzeugt. 61 Prozent der Befragten, die das Interview sahen, fanden, dass der Bundespräsident seine Ansichten nicht überzeugend rüber bringen konnte. 56 Prozent der Bevölkerung sehen "das Verhalten unseres Bundespräsidenten" sogar als "peinlich" an.
Dennoch ist die Mehrheit der Deutschen der Meinung: Bundespräsident Christian Wulff hat eine zweite Chance verdient. Dafür stimmten fast zwei Drittel (60 Prozent) der Befragten. Ebenfalls eine Mehrheit (56 Prozent) hat "den Eindruck, die Medien wollen ihn fertig machen". Und: 41 Prozent fordern Wulffs Rücktritt.

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