Voice, DSDS, USFB: der Casting-Overkill

Fernsehen Wenn am Donnerstagabend "The Voice of Germany" in die Liveshow-Phase startet, ist das der Auftakt einer besonderen Casting-Flut. Denn am Samstag startet zusätzlich die neue "DSDS"-Staffel und ab kommender Woche gibt es dann mittwochs "DSDS", donnerstags "Unser Star für Baku", freitags "The Voice of Germany" und samstags wieder "DSDS". Aber welche Show wird diesen Overkill am besten überleben - und welche wird leiden? MEEDIA analysiert die Quoten-Chancen des Casting-Trios.

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"The Voice of Germany":

Die ProSiebenSat.1-Show war die Überraschung des vergangenen Monats. Gleich sechs Ausgaben fanden sich bei den 14- bis 49-Jährigen unter den zehn meistgesehenen Programmen des Dezembers. Bis zu 3,96 Mio. Zielgruppen-Angehörige sahen zu. Und: All diese sechs Ausgaben landeten in den Monats-Charts vor dem Finale von RTLs "Supertalent". Am Donnerstag startet nun die Liveshow-Phase, in der auch das Publikum über das Schicksal der "Voice"-Kandidaten mit entscheiden kann. Nach den Castings und den "Battles" ist das die nächste Handlungsänderung während der Sendung.

Dem Format wird das sicher nicht schaden, denn das Talent der Kandidaten, gepaart mit den sympathisch gewordenen Teamchefs Nena, Xavier Naidoo & Co. und der hervorragenden Produktion sind zu starke Argumente. Wahrscheinlich wird "The Voice" die herausragenden Dezember-Zahlen nicht grundlegend mehr verbessern können, doch das starke Niveau wird die Sendung sicher halten. Ein kleiner Unsicherheitsfaktor ist der, dass die Show ab kommender Woche nur noch bei Sat.1 zu sehen ist – erfolgreicher war sie im jungen Publikum bisher bei ProSieben.

"Deutschland sucht den Superstar":

Spannend wird, ob und wenn ja, wie sehr "DSDS" unter dem deutlich niveauvolleren "The Voice" leiden wird. Wenn ab Samstag Dieter Bohlen wieder zweimal wöchentlich bedauernswerte Menschen beleidigen darf, werden auf jeden Fall wieder viele Millionen Leute zuschauen. "DSDS" könnte dabei den Vorteil haben, dass das Format längst in zwei völlig unterschiedliche Teile geteilt wurde. In den ersten Wochen/Monaten ist es eher ein Comedy-Format für Leute, die Spaß an Schadenfreude haben, danach dann eine Musikshow für B-Talente.

Im vergangenen Jahr sahen bis zu 4,63 Mio. 14- bis 49-Jährige die Ausgaben der Castingphase. Bis zum Halbfinale schrumpfte die Zahl auf 2,87 Mio. zusammen, selbst das Finale kam mit 3,47 Mio. nicht an die Castings heran. Sollte "DSDS" in den ersten Wochen wie im vergangenen Jahr immer über der 4-Mio.-Marke bleiben, wird es "The Voice" schwer haben, die neue Nummer 1 der Musik-Talentshows zu werden. In der Livephase könnte "DSDS" dann aber noch mehr als zuletzt unter die Räder kommen, zu verwöhnt ist das Publikum inzwischen von der Talent-Qualität von "The Voice".

"Unser Star für Baku":

Als großer Verlierer aus dem Musik-Casting-Dreikampf könnte "Unser Star für Baku" hervor gehen. Eingekeilt zwischen "DSDS" und "The Voice" wird die ProSieben-Show gegen einen neuen RTL-Serienabend und einen neuen Sat.1-Showabend antreten. Und: Selbst im Jahr des Lena-Hypes waren die Quoten von "Unser Star für Oslo" oft enttäuschend. Zwar gab es im Finale bei den 14- bis 49-Jährigen mit 2,53 Mio. starke 20,4%, doch davor landete die Show zwischenzeitlich sogar nur bei enttäuschenden 10,8%.

Als Unsicherheitsfaktor diente bis vor Kurzem zudem die Jury-Umbesetzung. Statt Stefan Raab sitzt dort als Präsident nun der gewöhnungsbedürftige Thomas D. Raab wird entgegen erster Aussagen nun aber doch in der Jury sitzen, dazu die Frida-Gold-Frontfrau Alina Süggeler. Ohne Raab wäre die Show auch schwer vorstellbar gewesen – und wenn er jetzt auch nur als normales Jury-Mitglied dabei ist, das Publikum wird "USFB" unweigerlich mit ihm verbinden. Ob aber wie vor zwei Jahren ein Zauber entsteht, der den unglaublichen Lena-Hype ausgelöst hat, ist fraglich. Von den reinen Zuschauerzahlen wird "Unser Star für Baku" jedenfalls die klare Nummer 3 hinter "DSDS" und "The Voice" werden.

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