Privatsender kritisieren Wulffs Exklusivinterview

Fernsehen Dass der Bundespräsident nur der ARD und dem ZDF im TV-Interview Rede und Antwort steht, sorgt bei den Privaten für Unverständnis: die RTL-Gruppe, ProSieben und Sat.1 kritisieren Wulffs Exklusivinterview bei den Öffentlich-Rechtlichen. Auch der Deutsche Journalisten-Verband zeigte sich über Wulffs Entscheidung verärgert.

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Mit einer Protestnote haben sich RTL, ProSieben und Sat.1 an das Bundespräsidialamt gewandt, um "gegen diese Ungleichbehandlung" zu protestieren. Die Privatsender kritisieren, dass sich Bundespräsident Christian Wulff im Exklusivinterview nur den Fragen der ARD und des ZDF stellte. "Die Grundlagen des dualen Fernsehsystems verpflichten auch private Rundfunkstationen zu einer umfassenden politischen Berichterstattung", heißt es in dem Schreiben. "Diesem Informationsauftrag können wir durch Ihre heutige Entscheidung nicht gerecht werden. Wir appellieren an Sie, Ihre Entscheidung zu korrigieren und auch uns als private TV-Sender angemessen zu beteiligen."
Persönlich äußerte sich RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel in einer Pressemitteilung: "Ich bin erstaunt über die Informationspolitik des Bundespräsidenten. Auch im Sinne unserer vielen Zuschauer bedauere ich es sehr, dass RTL – anders als ARD und ZDF – keine Möglichkeit zu einem eigenen Interview oder zumindest einer Teilnahme an dem Interview eingeräumt wird." Immerhin sei "RTL Aktuell" nach der "Tagesschau" die meistgesehene Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen.
Tags zuvor hatte der Deutsche Journalisten Verband deutlich gemacht, dass man die Entscheidung Wulffs kritikwürdig halte. DJV-Vorsitzender Michael Konken: „Der Präsident sollte sich den Fragen aller Journalistinnen und Journalisten der Hauptstadtmedien stellen."

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