dpa: Wulff lehnt Anruf-Veröffentlichung ab

Publishing Bild geht in der Wulff-Affäre in die Offensive: In einem offenen Brief an den Bundespräsidenten bittet Bild-Chef Kai Diekmann Christian Wulff um sein Einverständnis zur Veröffentlichung des Anruf-Protokolls auf seiner Mailbox. Damit reagiert das Blatt auf die Erklärung des Politikers im gestrigen TV-Interview, er habe die Berichterstattung lediglich verschieben, nicht aber verhindern wollen. Unterdessen meldet die dpa, dass Wulff die Bitte der Bild-Zeitung abgelehnt habe.

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„Wir möchten dies nicht ohne Ihre Zustimmung tun und bitten Sie deshalb im Sinne der von Ihnen angesprochenen Transparenz um Ihr Einverständnis zur Veröffentlichung“, heißt es auf Bild.de. Um auch keine Zweifel aufkommen zu lassen, bringt Bild.de keinen Fließtext, sondern veröffentlicht einen Scan des Fax-Schreibens an den Bundespräsidenten.

Die Chefredaktion zeigt sich nach eigenen Aussagen verwundert über die Aussage Wulffs, bei seinem Anruf sei es nicht darum gegangen, die Berichterstattung über einen Hauskredit zu verhindern. Deswegen halte man es für notwendig, im Sinne der von Wulff angesprochenen Transparenz den Anruf im Wortlaut zu veröffentlichen. Bei seinem Anruf auf der Mailbox soll der Politiker Vokabeln wie "Krieg führen" verwendet haben, vom drohenden "endgültigen Bruch" gesprochen sowie geäußert haben, der "Rubikon" sei "überschritten". Auch einen Strafantrag gegen den verantwortlichen Redakteur habe Wulff angedroht. Nach dem Willen des Bundespräsidenten sollen diese Inhalte nun unter Verschluss bleiben.
Nachtrag, 15.50 Uhr: Soeben hat Bild.de das Anwortschreiben des Bundespräsidenten online gestellt. Darin moniert der Bundespräsident u.a., dass "Teile meiner Nachricht meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox … den Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben".

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