Facebook verdoppelte 2011 Firmenwert

Genau ein Jahr ist es her, als die New York Times den Scoop 2011 lieferte – die Enthüllung der Börsenpläne von Facebook nach dem Investment von Goldman Sachs. Zwölf Monate später scheint der Countdown zu ticken: Die Auswahl der begleitenden Banken steht bevor, dann beginnt die heiße Phase mit der Roadshow vor Investoren. Schon im zweiten Quartal dürfte die Facebook-Aktie wohl für den größten Börsengang des Jahrhunderts sorgen. Nur: Anleger dürften davon wenig haben.

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Genau ein Jahr ist es her, als die New York Times den Scoop 2011 lieferte – die Enthüllung der Börsenpläne von Facebook nach dem Investment von Goldman Sachs. Zwölf Monate später scheint der Countdown zu ticken: Die Auswahl der begleitenden Banken steht bevor, dann beginnt die heißen Phase mit der Roadshow vor Investoren. Schon im zweiten Quartal dürfte die Facebook-Aktie wohl den Handel aufnehmen und dem Social Network dem bislang größten Börsengang dieses Jahrhunderts bescheren. Nur: Anleger dürften davon wenig haben.
Das Börsenjahr 2012 ist eröffnet: Wie Rennpferde aus der Box schossen die Aktien gestern zur Handelseröffnung an der Wall Street, nachdem die europäischen Börsen tags zuvor bereits ordentlich zuleget hatten. Nach dem extrem herausfordernden Vorjahr scheint wieder Optimismus eingekehrt zu sein an der Wall Street: Die Prognosen sind zuversichtlicher, die Marktexperten sprechen nicht mehr von einer Rezession, sondern von neuen Allzeithochs im Leitindex Dow Jones in diesem Jahr.

Den Optimismus befeuern könnte der größte Börsengang des Jahres, der, das dürfte schon jetzt feststehen, von einem Internet-Unternehmen kommt. Tatsächlich gab es kein IPO aus der Online-Welt, das größer war als das, was Facebook im zweiten Quartal dieses Jahres gelingen dürfte.

Börsenwert-Verdopplung: Facebook-Investor Thomas Heilmann stieg zu früh aus
10 Milliarden Dollar will das weltgrößte Social Network an den Kapitalmärkten erlösen – und zwar auf Basis einer mutmaßlichen Bewertung von satten 100 Milliarden Dollar. Damit hätte sich der Unternehmenswert innerhalb eines Jahres mal ebenso verdoppelt. Vor genau einem Jahr überraschte das soziale Netzwerk mit einem Verkauf von Unternehmensanteilen an wohlhabende Kunden der Investmentbank Goldman Sachs zu einer Bewertung von 50 Milliarden Dollar.

Der Eintrittpreis für das Pre-IPO-Investment: Ein Mindesteinsatz von zwei Millionen Dollar. Was vor einem Jahr noch naserümpfend als "blindes Vertrauen" hinterfragt wurde und bei frühen Facebook-Investoren wie Thomas Heilmann zu Kopfschütteln und zum Ausstieg führte, scheint sich nun als bestes Investment des vergangenen Jahres auszahlen – um 100 Prozent legte 2011 kein größeres Internet- oder Technologieunternehmen zu. Heilmann, der seinerzeit die Bewertung als "irre" kritisierte, ist eine ordentliche Wertsteigerung entgangen.
Facebook strebt als extrem reifes Unternehmen an die Börse – und lässt wenig Raum für Kurssprünge
Damit steht der deutsche Web-Investor nicht allein da – vor allem Privat-Anleger dürften beim gigantischen IPO leer ausgehen. "Können Sie auch vom Facebook-IPO profitieren", fragte sich der Business Insider, um dann mit einer klaren Antwort rauszurücken: "eher nicht." 

Warum nicht? Weil Facebook in einem Reifestadium an die Börse geht wie noch nie ein Internet-Unternehmen zuvor – als Big Player mit Milliarden-Gewinnen. Auch Google ging 2004 relativ spät an die Börse, allerdings zu einem weitaus geringeren Börsenwert, nämlich 24 Milliarden Dollar. Den kräftigen Umsatz- und Gewinnschüben folgten Kurssprünge von bis zu 800 Prozent an der Börse.
Die scheinen bei Facebook auf Basis der bereits extrem ambitionierten Bewertung eher unwahrscheinlich. Schon bei einer Kursverdopplung wäre Facebook so viel wert wie Google heute, obwohl der Suchriese mutmaßlich zehnmal mehr Erlöse einfährt. Facebooks Luft nach oben scheint also sehr begrenzt – die  nach unten hingegen noch schwer kalkulierbar.
Weitere Kandidaten Yelp, ExactTarget, Glam Media
Der völlige verpatzte Börsenstart von Zynga und die Achterbahnfahrt von Groupon, die inzwischen wieder zu Notierungen unter Ausgabekurs geführt hat, sind mahnende Beispiele für Investoren, die um jeden Preis beim Facebook-Börsengang dabei sein wollen.
Weitere Internet-Kandidaten gibt es 2012 schließlich auch noch: Das Bewertungsportal Yelp hat bei der Börsenaufsicht SEC ebenso bereits seine Zulassung eingereicht wie der Online-Marktinganbieter ExactTarget, der sich bei seinen IPO-Plänen von der Deutschen Bank beraten lässt. Auch der Anbieter von vertikalen Portalen, Glam Media, strebt nach Bloomberg-Informationen dieses Jahr an die Wall Street.

Allen Kandidaten dürfte jedoch klar sein: Es hängt von Facebook ab. Patzt der Platzhirsch, könnte sich das Fenster für Internet-Börsengänge so schnell wieder schließen, wie es sich im vergangenen Frühjahr geöffnet hat.     

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