Rupert Murdochs holpriger Twitterstart

Überraschung zum Jahreswechsel: Ganz ohne große Ankündigung startete Rupert Murdoch seinen Twitter-Account. Und das erkennbar in seiner eigenen Form: voller ganz persönlicher Eindrücke – und Breitseiten. Die Steve Jobs-Biografie etwa sei "interessant, aber unfair". Nach einer abfälligen Bemerkung über die Ferienzeiten in England machte der Medienzar unterdessen schnell seine Erfahrungen mit dem 140-Zeichendienst: nach einem Entrüstungssturm der Community verschwand ein Tweet wieder.

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Überraschung zum Jahreswechsel: Ganz ohne große Ankündigung startete Rupert Murdoch seinen Twitter-Account.  Und das erkennbar in seiner eigenen Form: voller ganz persönlicher Eindrücke – und Breitseiten. Die Steve Jobs-Biografie etwa sei "interessant, aber unfair". Nach einer abfälligen Bemerkung über die Ferienzeiten in England  machte der Medienzar unterdessen schnell seine Erfahrung mit dem 140-Zeichendienst: nach einem Entrüstungssturm der Community verschwand ein Tweet wieder.
Neues Jahr, neues Glück? 2011 war nicht unbedingt das Jahr des Rupert Murdoch – zu sehr kratzte die öffentliche Blamage im Zuge des "News of the World"-Skandals am Renommee des Medienzaren. Zeit also, ein neues Kapitel aufzuschlagen – passenderweise genau zum neuen Jahr.

Und zwar auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter: Am 1. Januar australischer Zeit teilte sich der 80-Jährige der Social-Media-Gemeinde ohne große Vorrede auf seinem neugestarteten Account mit: "Gerade gelesen: The Rational Optimist. Großartiges Buch." 23 Tweets später konnte Murdoch bereits über 75.000 Follower auf seinem Account begrüßen.
"Vielleicht haben die Briten einfach zu viel Ferien für ein Land, das pleite ist"
Ein Blatt nimmt der knorrige Medientycoon auch auf dem 140-Zeichen-Dienst erwartungsgemäß nicht vor den Mund: "Die Steve Jobs-Biografie ist interessant, aber unfair. Seine Familie muss sie hassen", twitterte Murdoch etwa. Auch wem er bei den republikanischen Vorwahlen in Iowa die Daumen drückt, lässt der erzkonservative Medienunternehmer nicht unerwähnt: "Diesem Tweet kann ich nicht widerstehen: Rick Santorum ist der einzige Kandidat mit einer aufrichtigen Vision von Amerika", findet Murdoch. 

Und auch für eine andere Nation hat Murdoch Ratschläge parat: "Vielleicht haben die Briten einfach zuviel Ferien für ein Land, das pleite ist", zog der beinharte Newscorp-Gründer gegen den Inselstaat vom Leder, auf dem er im Sommer im Rahmen des "News of the World"-Skandals ein peinliches Verhör im Unterhaus mit anschließender Rasierschaumattacke erdulden musste.

"Genug gefaulenzt. Zurück an die Arbeit morgen"
Der knorrige 80-Jährige konnte den Arbeitsbeginn 2012 offenbar kaum erwarteten: "Genug gefaulenzt. Zurück an die Arbeit morgen", twitterte Murdoch am 1. Januar. Twitter-Nutzer teilten Murdochs Breitseite gegen die britischen Ferienregelung am gestrigen zweiten Januar indes nicht – und keilten zurück.

Der NewsCorp-CEO, der in der Vergangenheit nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegen das Internet gemacht hat ("Die Heimat von Pornographie, Diebstahl und Hackern"), lernte unterdessen die Vorzüge des Web kennen: Tweets lassen sich bekanntlich löschen. Am Ende des zweiten Twitter-Tages war von der Briten-Breitseite in Murdochs Twitter-Account nichts mehr zu lesen.

"Der Mann, dem 70 Prozent der Medien gehören, weiß nicht, wie man mit Twitter umgeht"
Wirklich gehaltvoll waren die letzten Tweets des Medientycoons allerdings auch nicht mehr: Ein Reply-Versuch vom iPad blieb ohne Inhalt, der Versuch, dem australischen Journalisten Andrew Bolt zu antworten, scheiterte am Leerzeichen oder Unterstrich und zog jede Menge Web-Häme nach sich. "Ich amüsiere mich, dass der Mann, dem 70 Prozent der Medien gehören, nicht weiß, wie man mit Twitter umgeht", lautet noch einer der freundlicheren Kommentare. 

Andrew Bolt, konservativer Kolumnist der Herald Sun, die zum Murdoch-Imperium gehört, hat unterdessen seit Jahren seine ganz eigenen Probleme mit Twitter – der Account in seinem Namen wird gegen Bolts Willen von einem Spaßvogel parodistisch betrieben. Dort ist dann aktuell als letzter Eintrag zu lesen: "Mein Freund @rupertmurdoch hat den demütigsten Account auf Twitter." Auf dem 140-Zeichendienst können schon komische Dinge passieren…  

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