Focus strandet mit Burnout-Welle am Kiosk

Publishing Er war in den wöchentlichen Magazinen das Hype-Thema Nummer 1 des Jahres 2011: der Burnout. Spiegel, stern, Focus - niemand kam ohne Titelgeschichten zur Ausgebranntheit aus und der Erfolg gab den Magazinen recht. Doch jetzt scheint der Hype zu Ende zu gehen. Der Focus, der zum dritten Mal in nur 12 Wochen den Burnout auf dem Titel hatte, verkaufte sich mit Ausgabe 48 am Kiosk nur noch unterdurchschnittlich. Schwache Verkäufe gab es in der gleichen Woche auch für Spiegel und stern.

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Mit etwas Verspätung sprang der Focus 2011 auf den Burnout-Zug auf. Nachdem der Spiegel bereits zu Jahresanfang mit einer entsprechenden Titelgeschichte Verkaufserfolge gefeiert hatte, rief der Focus auf seinem Heft 37/2011 im September gleich die "Generation Burnout" aus. Gemeinsam mit einer beigelegten DVD zum Thema "Die 5 besten Strategien gegen Stress" lief die Ausgabe im Einzelverkauf an Kiosk & Co. so gut wie kaum ein anderer Focus im Jahr 2011: 211.844 Leute schlugen zu.

Bestärkt durch diesen Erfolg hieß es sechs Wochen später auf Heft 43: "Burnout vermeiden / Endlich mehr Zeit haben: Wie Sie ihr Leben klug organisieren". Die 200.000er-Marke wurde im Einzelverkauf diesmal zwar nicht erreicht, doch mit 139.621 Käufern gehörte auch diese Ausgabe zu den besseren des Jahres. Ob es Ideenlosigkeit ist – oder der Glaube, auch ein dritter Titel zum selben Thema in kurzer Zeit könne funktionieren – weitere fünf Wochen später kam Ausgabe 48 mit der Zeile "Was ist Burnout? Was sind Depressionen?" auf den Markt. Doch auch der angekündigte "Selbst-Test" konnte den Misserfolg nicht vermeiden: Nur noch 101.440 Kiosk-Käufer fanden sich – rund 20.000 weniger als im Jahres-Durchschnitt zu dem Burda-Magazin griffen. Ein weiterer Burnout-Titel wird es beim Focus also wohl nicht so schnell geben.
Allerdings hat der Spiegel das Burnout-Thema keineswegs für die aktuellen politischen Magazine entdeckt, sondern der Focus, der zuletzt – noch unter Helmut Markwort – in der Ausgabe 10/2010 titelte: "Die Burnout-Gesellschaft. Macht der der Job uns krank?" Abgerechnet wurden damals extrem starke 202.625 Exemplare im Einzelverkauf. Und bereits in Heft 20/2008 gab es ein Cover zum Thema: "Der Entspannungs-Code. Die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zu Stress und Burnout."

Spiegel und stern waren mit ganz anderen Themen in der Magazinwoche 48 ebenfalls nicht sonderlich erfolgreich: Der Spiegel kam mit einem zerbrochenen Euro auf dem Cover und der Zeile "Und jetzt?" auf 301.994 Einzelverkäufe, der stern mit Richard David Precht als Titelheld und "Was im Leben zählt" auf 272.707 – beides Werte, die deutlich unter dem Jahres-Durchschnitt liegen.

  

Sämtliche Einzelauflagen von Spiegel, stern und Focus können Sie jederzeit mit unserem Cover-Check-Tool recherchieren.

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