Wulffs „Kriegserklärung“ an die Bild

Publishing Ein Anruf von Bundespräsident Christian Wulff bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann sorgt im neuen Jahr für Furore. Laut Berichten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Süddeutschen Zeitung versuchte Wulff Diekmann zu erreichen, bevor die Bild-Zeitung Ungereimtheiten über einen Privatkredit Wulffs aus seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident enthüllte. Der Präsident hat dem Bild-Chef offenbar eine Art Kriegserklärung auf die Mailbox gesprochen.

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Die Bild-Zeitung berichtete am 13. Dezember (online bereits am späten Abend des 12. Dezember) über einen Privatkredit über 500.000 Euro zu ungewöhnlich günstigen Konditionen des befreundeten Unternehmerehepaars Geerkens an Wulff und seine Frau. Das Ehepaar finanzierte damit einen Hauskauf, als Wulff noch Ministerpräsident in Niedersachsen war. Einen Tag zuvor, am 12. Dezember, soll Wulff laut FAS und SZ Diekmann auf dessen Handy-Mailbox gesprochen und versucht haben, die Veröffentlichung mit Drohungen zu verhindern.

Für ihn und seine Frau sei “der Rubikon überschritten”, soll Wulff gesagt haben. Er drohte mit dem “endgültigen Bruch” mit dem Springer-Verlag ,sollte diese “unglaubliche Geschichte” veröffentlicht werden. Laut SZ soll Wulff weiter gesagt haben, wenn die Bild-Zeitung “Krieg führen” wolle, solle man darüber nach seiner Rückkehr sprechen. Wulff befand sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf Auslandsreise. Außerdem soll Wulff mit einem Strafantrag gegen Bild-Journalisten gedroht haben.

Die Neuigkeit von dem Wut-Anruf des Präsidenten beim Bild-Chef verbreitete sich über den Jahreswechsel. Bereits am Silvestertag stellte die FAZ den Artikel “Im Schatten der Wahrheit” online, in dem über den Anruf berichtet wird. Die gedruckte Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung veröffentlichte den Text am Neujahrstag in ihrer Print-Version. Die Süddeutsche legte dann in ihrer Montagsausgabe mit großem Artikel und Kommentar nach.

In einem zweiten Anruf habe Wulff Diekmann dann erreicht und sich für den ersten Anruf entschuldigt. Für Diekmann sei die Sache damit erledigt gewesen, schreibt die SZ. Für den Bundespräsidenten gilt das womöglich nicht.

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