Redesign: Süddeutsche.de findet den Umlaut

Publishing Die Süddeutsche Zeitung hat ihrem Online-Newsportal eine Auffrischung verpasst. Auffälligstes Merkmal: Nicht mehr sueddeutsche.de heißt es im Titelkopf, sondern Süddeutsche.de, darunter steht Neueste Nachrichten – die klassische Unterzeile der Zeitung. Doch ähnlicher wird das Portal der gedruckten Zeitung nicht, dafür stehen weiter die Endung ".de" und Chefredakteur Stefan Plöchinger. Der findet die Seite nun "schöner, schlichter, besser."

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Weitere optische Veränderungen: Die Aufmacherbilder auf der Startseite sind deutlich größer als bisher, auch die Seite selber ist ein wenig in die Breite gegangen und zentriert. Beim Scrollen fällt auf: Die Darstellung der Rubriken unter den Top-Meldungen ist nicht mehr zweispaltig. "Mehrspaltigkeit funktioniert nicht im deutschen Internet-Journalismus", sagt Plöchinger im Gespräch mit MEEDIA. Die Nutzer seien daran gewöhnt, Seiten oft ganz bis zu deren Ende abzuscrollen. Kleine Dramaturgiepunkte werden auf der Startseite mit der Hervorhebung des Bayern-Teils und Inhalten aus dem Magazin der Süddeutschen und jetzt.de gesetzt. Zum Abschluss der Seite folgen vorwiegend leichte Inhalte wie Spiele, Unterhaltung und die Bilder des Tages. Die Berichterstattung über Gesundheits- und Bildungsthemen wird gebündelt und verstärkt.  
Ebenfalls neu sind: Ein zentraler Twitterkanal unter @SZ sowie ein Redaktions- und ein Digitalblog. Das Redaktionsblog @Szblog soll über Neuigkeiten und Debatten aus der Redaktion informieren. Das Digitalblog verspricht News über "Internetdebatten, Netzpolitik und Gadgets". Diskutiert werden kann auch auf den SZ-Seiten in Facebook und bei Google+. 

Plöchinger, der die Redaktion vor einem Jahr übernahm, und seine knapp 30-köpfige Redaktion haben sich intensiv mit dem Umbau der Seite beschäftigt – das merkt man. Die Mühen haben sich zumindest auf den ersten Blick gelohnt. Es ist nicht einfach, eine schlichte und internetadäquate Online-Zeitung zu bauen. Plöchinger weiß, dass sich gedruckte und digitale Ausgabe fundamental unterscheiden müssen, weil sich die Nutzer anders verhalten. Hier das "Tagespaket" versus dort das "Update-Paket". Gleichzeitig muss die Marke – hier also: die Süddeutsche – in Darstellung und Qualität der Inhalte stimmig sein. Der ehemalige Spiegel Onliner weiß: "Eine publizistische Strategie zahlt sich aus."

Im November 2011 kam das Newsportal laut IVW auf gut 35 Millionen Visits. Seit einem Monat kooperieren die SZler mit den Kollegen der Abendzeitung München – auch die Visits der AZ werden seither mitgezählt, sollen aber weiter auch getrennt ausgewiesen werden.

Last, but way not least: Nicht nur Bilder, sondern auch Anzeigen sollen größer als bisher auf die Seite gestellt werden. Dafür soll aber die Anzahl der Werbeeinblendungen reduziert werden. "Weniger ist auch für unsere Anzeigenkunden mehr, glauben wir", so Plöchinger. Denn: Eine Bezahlinhalte-Strategie verfolgt der Süddeutsche Verlag zumindest mit seinem zentralen Newsportal bisher nicht. 

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