Anwälte geben grünes Licht für WAZ-Verkauf

Publishing Der lange Streit der beiden WAZ-Eigentümerfamilien um die Führung des Verlagshauses scheint beigelegt: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Testamentsvollstrecker Peter Heinemann zugunsten von Petra Grotkamp, der Tochter des Gründers Jakob Funke, entschieden. Der Weg ist nun frei für den Verkauf von 50 Prozent am Unternehmen, die bislang die zweite Eigentümerfamilie Brost hielt. Damit endet eine Ära, in der zwei Dynastien oft mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet haben.

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Die Süddeutsche Zeitung (SZ) zitiert aus einem Schreiben der Anwälte des Testamentsvollstreckers, der das Vertragswerk nun für “unterschriftsreif” halte. Petra Grotkamp hatte im August ein Angebot vorgelegt, nach dem sie die 50 Prozent der Nachkommen von WAZ-Gründer Erich Brost übernehmen wollte.

Zum geschätzten Kaufpreis von 500 Millionen Euro fehlten bis zuletzt rund 50 Millionen Euro. Dafür soll Grotkamp sogar so weit gegangen sein, den Brost-Sprößling Martin um ein Darlehen gebeten zu haben. Der wurde auf Wunsch des Vaters aus dem Verlag hinauskomplimentiert.

Die Regularien des umfangreichen Verkaufsvertrages zwischen den beiden Eigentümerfamilien scheinen nun geregelt zu sein. Ein Meisterstück. Denn selbst innerhalb des Funke-Clans herrschte in den vergangenen Wochen und Monaten Uneinigkeit. Die Funke-Familien-Gesellschaft (FFG), zu gleichen Teilen gehalten von Renate Schubries, den Erben von Gisela Holthoff und Petra Grotkamp, sorgte im September 2011 für Aufsehen, als Klaus Schubries von einer erfolglosen Klage Grotkamps gegen die Mitgesellschafter sprach. Zuvor herrschte Uneinigkeit darüber, wie mit dem Gewinn aus dem Verkauf von Anteilen der RTL Group zu verfahren sei.

Nun steht fest, dass Petra Grotkamp das Sagen über rund 100 Zeitschriften und mehr als 40 Zeitungen haben wird. Den Ausschlag für die Entscheidung des Testamentsvollstreckers soll laut SZ eine Vereinbarung zwischen den Nachkommen beider Familien gewesen sein, nachdem man sich offenbar informell darüber geeinigt hätte, dass die Brost-Erben den Funke-Nachkommen das Feld überlassen. Leidtragender der Übereinkunft ist Geschäftsführer Bodo Hombach, der laut SZ noch in diesem Monat seinen Posten aufgeben muss.

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