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Kika: ZDF will Schadenersatz vom MDR

Teures Nachspiel: Wegen des Millionenbetrugs beim Kinderkanal Kika prüft das ZDF eine Klage gegen den MDR. Das Zweite fordert nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Schadenersatz vom federführenden Sender. Die Versicherung der öffentlich-rechtlichen Anstalt lehne es ab, für den Schaden aufzukommen. Als Begründung heißt es, der Betrug sei nur möglich gewesen, weil die Rechnungskontrollen bei dem Leipziger Sender sträflich vernachlässigt worden waren.

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ZDF-Intendant Markus Schächter hatte bereits zuvor den früheren Programmgeschäftsführer des Kika und heutigen NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann kritisiert. Im Betrugsskandal um den Kinderkanal habe die Information über die Glücksspielleidenschaft des Herstellungsleiters Marco K., der den Sender um 8,2 Millionen Euro betrogen hat und deshalb zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, "nachweislich die Leitungsebene des Kika erreicht". Schächter sagte, die damalige Leitungsebene des Senders hätte den "fundierten Gerüchten" nachgehen müssen. Der ZDF-Intendant attackierte auch den MDR, der für die ARD den Kika betreut. Die Verantwortlichen hätten die Bedeutung der Schwachstellen "in ihrer Tragweite unterschätzt".
Jetzt prüft sein Sender, ob er eine Entschädigung für den entstandenen Schaden fordern soll. Er vertritt die Meinung , dass die Gelder durch die Betrugshandlungen beim Kika "zweckentfremdet" wurden, berichtet die Süddeutsche, weshalb das ZDF seinen Finanzierungsanteil zurückerstattet bekommen müsse. Laut ZDF-Sprecher Alexander Stock wurde zwar noch keine Forderung gestellt. Aber es werde "über mögliche Konsequenzen" mit dem MDR diskutiert.

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