Kino.to-Nutzer machen sich strafbar

User illegaler Film-Plattformen wie kino.to müssen künftig mit Strafverfolgung rechnen. In seinem Urteil gegen einen Betreiber des kriminellen Netzwerkes stellte das Amtsgericht Leipzig fest, dass auch das so genannte Streaming "dem Grunde nach" einen Verstoß gegen das Urheberrecht darstellt, berichtet der Focus. Bisher galt die Frage noch als juristische Grauzone. Praktisch dürfte die Verfolgung wegen der Masse der Fälle allerdings schwierig sein.

Anzeige

Der Richter des Leipziger Amtsgerichts, Mathias Winderlich, sagte in seiner Urteilsbegründung, dass beim Nutzen von Streams eine Verbreitung und Vervielfältigung stattfinde. Mit dem Begriff "vervielfältigen" habe der Gesetzgeber das "Herunterladen" gemeint. Dazu gehöre auch das zeitweilige Herunterladen. Nichts anderes finde beim Streaming statt: Es würden Datenpakete sukzessive heruntergeladen. Dies sei eine sukzessive Vervielfältigung.
Jeder Nutzer von illegalen Streaming-Portalen müsse sich bewusst sein, dass dahinter eine Vervielfältigungshandlung stehen könne, sagte Winderlich laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die bei der Verhandlung anwesend war. Illegale Streaming-Portale, wie in diesem Fall kino.to, erzeugten eine Situation, in der massenhaft Straftaten begangen werden.
Bislang wurden vier ehemalige kino.to-Mitarbeiter verurteilt. Die härteste Strafe erhielt der Ex-Mitbetreiber von kino.to, der durch die Urheberrechtsverstöße über 300.000 Euro Reingewinn erzielt hatte. Dafür erhielt er drei Jahre und fünf Monate Haft. Der 47-Jährige hatte Web-Server im Ausland angemietet, von denen illegal mehr als 10.000 Filme gestreamt wurden.
Anfang Dezember war der Haupt-Administrator zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der 27-Jährige Martin S. soll 23.000 Raubkopien von Filmen auf interne Server hochgeladen haben. Martin S. war bereits vor seiner Kino.to-Zeit als Filmpirat aktiv. Er stellte auf Saugstube.to kostenlose Downloads aktueller Kinofilme ins Netz.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige