Anonymous spendet illegal 1 Mio. Dollar

Heftiger Wirbel an Heiligabend: Anonymous ist in die Systeme des Think-Tanks Strategic Forecasting (Stratfor) eingedrungen und hat dabei 200 Gigabyte an geheimen Daten, darunter auch Kreditkarteninformationen, erbeutet. Mit den Unterlagen soll die Hackergruppe von unterschiedlichen Konten insgesamt eine Million Dollar an wohltätige Organisationen gespendet haben. Zu Stratfors Kunden gehören sämtliche US-Behörden. Doch die Hackergruppe streitet in aller Öffentlichkeit über den Angriff.

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Vor und nach dem Hack auf Stratfor kursierten mehrere Pressemitteilungen von Anonymous. Zuerst kündigten die Aktivisten den Angriff an, dann wollten sie nichts damit zu tun gehabt haben und schlussendlich waren sie es offenbar doch. Das Problem der Gruppe ist ihre dezentrale Struktur. Sie bildet keine klassische Organisation, in der man erst Mitglied werden muss. Jeder kann sich als Anonymous bezeichnen.
Das führte dazu, dass sich die Hacker derzeit selbst zerfleischen. Hinter dem Angriff auf Stratfor soll der LulzSec-Gründer "Sabu" stecken, der aber nicht mehr für LulzSec tätig ist. Sein Team und er sollen Zehntausende Kreditkarteninformationen von Newsletter-Kunden, darunter auch Journalisten sowie Privatpersonen, und Millionen interner E-Mails kopiert und zum Teil veröffentlicht haben. Der Newsletter sei jedoch als "journalistisches Projekt" zu werten, schreibt Anonymous in einer Pressemitteilung. Deshalb widerspricht es der eigentlichen Philosophie der Gruppe, in der es heißt, sie würde keine Medien attackieren. Das bekräftigte sie auch noch einmal in der Pressemitteilung.
Auch aus Nicht-Hacker-Kreisen kam Kritik an der Stratfor-Aktion auf. So schrieb beispielsweise der deutsche Sprecher des Chaos Computer Clubs Frank Rieger auf Twitter: "Soll jeder, der einen kostenpflichtigen, interessanten Infodienst mit schlechtem IT-Schutz abonniert, nun Teil des militärisch-industriellen Komplexes sein?"
Am gestrigen Montag veröffentlichten – offenbar andere – Anonymous-Mitglieder ein neues Schreiben. Darin feierten sie den Stratfor-Hack als großen Erfolg und kündigten weitere Aktionen an. Die nächste soll sich gegen einen Online-Lieferanten von Militärgeräten richten.

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