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Die Hintergründe des Glaeseker-Rauswurfs

Neue Recherchen über die Entlassung von Wulffs Sprecher und Freund Olaf Glaeseker: Nach Meinung des Sterns ist der Rauswurf des Beraters und Ex-Journalisten vor allem auf Recherchen des Nachrichtenmagazins zurückzuführen. So soll der 50-Jährige entlassen worden sein, weil er sich von Eventmanager Manfred Schmidt gern einladen ließ. Laut Stern-Reporter Hans-Martin Tillack soll Wulff mit dem Rauswurf auf einen detaillierten Fragenkatalog der Hamburger von Donnerstagmorgen reagiert haben.

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Insgesamt legte der Stern dem Bundespräsidenten 16 Fragen vor, in denen das Blatt unter anderem nach wiederholten kostenlosen Urlaubsaufenthalten von Glaeseker im Anwesen des Netzwerkers Schmidt gefragt haben soll. So soll der Wulff-Vertraute mehrere Tage Gratisurlaub in Schmidts luxuriöser Finca Can Pere Crous in Arbúcies bei Barcelona und in der Ferienwohnung des Unternehmers in Banyuls-sur-Mer in Südfrankreich gemacht haben. Der 50-Jährige hätte die kostenlosen Urlaube nicht annehmen dürfen, weil er als Sprecher des damaligen Ministerpräsidenten Wulff an das damals geltende Verbot gebunden war, keine Geschenke anzunehmen, die einen Amtsbezug haben.

Dieser war gegeben, weil Glaeseker in der Staatskanzlei in Hannover auch dienstlich mit Veranstaltungen von Manfred Schmidt befasst war. Vor allem mit dem so genannten Nord-Süd-Dialog. Bei dem Event kamen über 900 Gäste zusammen, um die guten Beziehungen zwischen der CDU und Baden-Württemberg zu feier. Wulff war sowohl Teilnehmer wie Schirmherr der Veranstaltung. Die Webseite der Staatskanzlei zeigte sogar eine dreistündige Live-Fernsehübertragung des Events.

Auch sonst soll Wulff immer wieder Gast bei den exklusiven Prominententreffen des Eventmanagers Schmidt gewesen sein, dessen Geschäftsmodell davon leben soll, dass sich Berühmtheiten wie Wulff seine Veranstaltungen aufwerten. Auch nach der Wahl des Bundespräsidenten organsierte Schmidt eine Feier in einem Berliner Hotel, zu der Wulff noch spät am Abend gekommen sein soll. Laut Stern ist der Glaeseker-Rauswurf nun der Versuch des CDU-Politikers möglichst viel Abstand zwischen sich und Schmidt zu bringen.

Nachtrag:
Mittlerweile beansprucht der Spiegel das erste Medium zu sein, das Wulff nach den Urlauben seines Sprechers befragte. Bei Spiegel Online heißt es in einem Text dazu: „Am Montag wurde dem Bundespräsidialamt vom Spiegel eine umfängliche Frageliste zu Wulff zugemailt, in der es unter anderem auch um Glaesekers frühere Reisen ging. Der Fragenkatalog wurde schließlich von Wulffs Anwalt Gernot Lehr beantwortet – eine konkrete Auskunft zu seinem Sprecher aber wurde mit dem schriftlichen Satz beschieden: ‚Wir vertreten nicht Herrn Olaf Glaeseker.’“

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