Oliver Samwers aggressive „Blitzkrieg“-Prosa

Ob Manager Magazin, FAZ oder WiWo: Viele Medien versuchten bereits den Erfolg von Marc, Oliver und Alexander Samwer zu erklären. Doch kein noch so langer Text vermittelte ein besseres Gefühl davon, wie extrem die erfolgreichsten Web-Gründer Europas tatsächlich ticken. Das erledigt jetzt eine interne Mail von Oliver Samwer, die Techcrunch veröffentlichte. Darin spricht er von der eigenen Aggressivität, von „Blitzkriegen“ und dass die Planungen, die ihm vorgelegt werden, mit dem „eigenen Blut unterschrieben“ sein müssen.

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Ob Manager Magazin, FAZ oder WiWo: Viele Medien versuchten bereits den Erfolg von Marc, Oliver und Alexander Samwer zu erklären. Doch kein noch so langer Text vermittelte ein besseres Gefühl davon, wie extrem die erfolgreichsten Web-Gründer Europas tatsächlich ticken. Das erledigt jetzt eine interne Mail von Oliver Samwer, die Techcrunch veröffentlichte. Darin spricht er von der eigenen Aggressivität, von „Blitzkriegen“ und dass die Planungen, die ihm vorgelegt werden, mit dem „eigenen Blut unterschrieben“ sein müssen.
 
Am Ende der Mail steht der Satz: „I am the most aggressive guy on internet on the planet. I will die to win and i expect the same from you!“ Besser hätte auch ein Journalist die 1280 Worte lange E-Mail kaum zusammenfassen können.

Dem Blog Techcrunch wurde eine Strategie-Mail zugespielt, in der Oliver Samwer offenbar verschiedene Gründerteams (u.a. für Teams in Indien, der Türkei, Australien, Süd Afrika und Süd-Ost-Asien) und Projektmanager von Rocket Internet so richtig zusammenfaltet, ihnen klare Handlungsweisungen gibt und mehr Aggressivität und mehr Ergebnisse fordert.

Ein Ausschnitt aus der Samwer-Mail

Hintergrund für die Mail ist der Einstieg in den Online-Möbelhandel. Für den Investor ist dies die letzte Chance im E-Commerce einen globalen Web-Konzern aufzubauen, der mit Amazon oder Zappos konkurrieren kann. „There are only 3 areas in ecommerce to build billion dollar business: amazon, zappos and furniture. the only thing is that the time for the blitzkrieg must be chosen wisely, so each country tells me with blood when it is time.“

Vor allem dieser „Blitzkrieg“-Satz schlug im angelsächsischen Raum bereits hohe Wellen. Samwer sah sich sogar dazu gezwungen, sich via Mail dafür zu entschuldigen. Er hätte die Mail im Oktober in einem Zustand höchsten Enthusiasmus’ geschrieben. Laut Techcrunch benutzt der Gründer allerdings sehr gerne militärische Begriffe.

Der Angriff auf das Möbelsegment soll in Deutschland vor allem über das Start-up Möbel-Profi.de erfolgen. Dieses Segment ist laut Samwer die letzte Chance im Leben aller Mitarbeiter ein Milliarden-Dollar-E-Commerce-Geschäft aufzubauen. Diese dürfe auf keinen Fall verpasst werden, denn was solle man sonst den Enkelkindern sagen.

Damit er seine Nachkommen nicht enttäuschen muss, gibt es also klare Ansagen an die von Techcrunch geschwärzten Empfänger. So sollen sie von den Fehlern lernen, die die Teams in Russland und Japan machten. Samwer fordert, dass alle Gruppen am Ende der nächsten Saison die Nummer eins ihres Marktes sind. Warum? „Because only number one can raise unbelievable money at unbelievable valuations. I cannot raise money for number 2 etc and I have seen it how easy it is for me in Brazil and how difficult in Russia, because our team fucked up.“

Weiter verlangt er, dass die Konkurrenz-Beobachtung intensiviert wird. „Assume that your competition will do crazy things: tv, groupons, selling below cogs, … you must assume eveything in your plan so that there are no surprises. i do not accept surprises. i want this planned confirmed by all three of you: you must sign it with your blood.“ Zudem sollen die Teams mehr Top-Mitarbeiter anheuern „More mckinseys, goldman. find young talent, aggressive talent, smart detailed.“ Vor allem sollen sie einen CTO-„Zauberer“ finden und verpflichten. Denn die Technik sei „immer der Flaschenhals“.

Unter der Zwischenüberschrift „Summary“ schreibt Oliver Samwer: „I give you all the money to win, i give all the trust, but you come back with unmatched success. If i see that you are wasting my money, that you are not german detail oriented“.  Dann fordert er noch einen klaren Plan: „Provide a plan over this weekend that includes all your recommendations, thinking because i can give you the money, the knowhow, the strategy, but i will only do a plan that you 100% believe in and that is signed with blood.“

Seine Abschließende Forderung: „Surprise me with your aggressiveness, but smart and thought through aggressiveness.“

Der Ton ist hart, die Attitüde tatsächlich von einer ungewohnt militärischen Härte. Oliver Samwer wird aber immer argumentieren können, dass ihm sein Erfolg Recht gibt. Möglicherweise profitiert er sogar von der veröffentlichten Mail. Sein Ruf als härtester Hund des Web-Business zementieren diese 1280 Worte brutalster Business-„Blitzkrieg“-Prosa.

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