Wulff „bedauert“ Entlassung seines Sprechers

Die Diskussionen um Bundespräsident Christian Wulff fordern ihr erstes politisches Opfer: Der Chef des Bundespräsidialamtes, Lothar Hagebölling, hat den Sprecher des Bundespräsidenten, Olaf Glaeseker, von seinen Aufgaben entbunden haben. Der Grund für diesen Schritt ist noch unklar. In seiner ersten öffentlichen Erklärung zur Kreditaffäre „bedauerte“ Wulff Glaeseker „entlassen zu müssen“. Neue kommissarische Sprecherin wird Petra Diroll.

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Der Schritt überrascht. Denn Glaeseker galt bislang immer als einer der wichtigsten Berater des Bundespräsidenten. Seit 1999, als Wulff noch als weitgehend chancenloser Oppositionsführer in Niedersachsen galt, arbeitete der Oldenburger an der Seite des Osnabrücker Politikers.

In seiner heutigen Ausgabe beschreibt die Süddeutsche Zeitung den Pressesprecher als jemanden, der wenig gesprochen hat, dem aber ein gewaltiger Einfluss zugeschrieben wird.  So soll er sich stets im Hintergrund halten. Glaeseker wird sogar die Ehre zugespochen, dass er der Wulff das Image vom sensiblen und besonders ehrlichen Politiker, der nicht an Macht, sondern an Menschen interessiert sei, auf den Leib geschrieben habe. Dieses Image ist seit dem Beginn der Kredit-Affäre jedoch nicht mehr vorhanden. Längst versucht der Bundespräsident die Diskussion auf die Privat-Person Wulff zu beschränken, um so das Amt des Bundespräsidenten zu schützen.

Auf Glaeseker folgt nun Diroll. Die 44-Jährige sollte bereits Sprecherin von Wulffs Vorgänger Horst Köhler werden. Doch einen Tag bevor Diroll ihr neues Amt antreten konnte, trat Köhler zurück. Davor arbeitete sie für fast zwei Jahrzehnte als bundespolitische Korrespondentin, Redakteurin und Moderatorin für den Bayerischen Rundfunk und andere ARD-Sender. Sieben Jahre war sie zudem Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz. Das zeigt: Im politischen und medialen Berlin gilt sie als bestens verdrahtet.

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