Facebook: Klage gegen sponsored Stories

Facebook handelt sich erneut Ärger ein: Für seine „sponsored stories“ wirbt das Netzwerk mit Namen und Fotos seiner Nutzer. Wer auf einer Unternehmensseite „gefällt mir“ klickt oder in bestimmten Locations „eincheckt“, wird samt seines Profils als Testimonial abgebildet. Eine Klägergruppe aus den USA wirft Facebook nun vor, die Persönlichkeitsrechte seiner Mitglieder zu verletzen. Doch das Social Network hält dagegen, es handle sich nicht um Werbung, sondern um journalistische Nachrichten.

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Mit den "sponsored stories" können Werbekunden gegen bares Geld Einträge von Usern hervorheben. Facebook sorgt dann dafür, dass "Gefällt mir"-Einträge oder Check-In-Anmeldungen (von Facebook Places) in ihren Filialen gut sichtbar als Werbung auf der Website zu sehen sind (MEEDIA berichtete). Nutzer können diese Funktion nicht ausschalten.
Die Kläger aus den USA wehren sich jetzt dagegen, ungefragt zu Testimonials für Unternehmen zu werden. Denn das könnte gegen ein kalifornisches Gesetz verstoßen, laut dem Nutzer gefragt werden müssen, wenn etwas mit ihrem Namen beworben werden soll, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Außerdem bekommt Facebook für diese Anzeigen Geld, während die Mitglieder des Netzwerks leer ausgehen.
Facebook wollte die Klage abweisen lassen und argumentiert, dass es sich nicht um Werbung handle. Vielmehr seien die gesponserten Meldungen als journalistische Nachrichten zu betrachten. Denn Facebook-Mitglieder seien „Personen von öffentlichem Interesse“ für ihre Facebook-Freunde. Außerdem habe die „Äußerung einer Konsumentenmeinung“ generell einen Nachrichtenwert.
Die Richterin Lucy H. Koh wies den Antrag von Facebook auf Ablehnung der Klage ab. Sie begründete es damit, dass die Einblendungen mit kommerziellen statt mit journalistischen Absichten veröffentlicht würden, berichtet Zeit Online. Demnach müsste Facebook seine Mitglieder an den Einnahmen aus den „gesponserten Meldungen“ beteiligen.
Für Facebook wäre es ein harter Schlag, sollte diese Art der Werbung verboten werden oder müsste es seine Nutzer an den Einnahmen beteiligen. Das Netzwerk plant angeblich 2012 einen Börsengang und muss deshalb seine extrem hohe Bewertung rechtfertigen. Und Empfehlungs-Marketing ist eines seiner wichtigsten Alleinstellungsmerkmale.

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