Die Schröder/Käßmann-Gerüchte bei Twitter

Eine Meldung des Hamburger Senders Alsterradio 106!8 zeigt, wie schnell Gerüchte im Web die Runde machen. Alsterradio verbreitete die Meldung, dass Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zuhause ausgezogen sei und jetzt die frühere Landesbischöfin von Niedersachsen, Margot Käßmann, als Freundin habe. Obwohl die Meldung von Seiten Frau Käßmanns umgehend dementiert wurde, verbreitet der Sender sie mit Fragezeichen weiter - und CDU-Mitglieder feuern die Gerüchteküche auf Twitter an.

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So gratulierte der CDU-Online-Redakteur Ulrich Gelsen Gerhard Schröder auf seinem privaten Twitter-Account bereits zur “Ehe Nummer fünf mit Margot Käßmann”. Inklusive Link zum Artikel von Alsterradio. Auch andere CDU-Mitglieder und Bundestagsabgeordnete leiteten den Link zu Alsterradio fleißig weiter. Die Rhein-Zeitung berichtete am Abend über das Gerüchte-Lauffeuer und zitierte eine Mitarbeitern des Radiosenders, die mitteilte, man habe zeitweise wegen der vielen Zugriffe “Angst um den Server” gehabt.

Ein Gerücht wie das einer angeblichen Beziehung zwischen Gerhard Schröder und Margot Käßmann fällt auf idealen Nährboden – ganz einfach, weil so viele bereit sind, es zu glauben. Bereits nach der Alkoholfahrt von Margot Käßmann im Februar 2010 gab es Gerüchte, dass Gerhard Schröder ihr Beifahrer gewesen sei. Das hatte der Rechtsanwalt und die frühere Media-Markt-Werbefigur Joachim Steinhöfel in die Welt gesetzt. Schröder ging gegen die Behauptung erfolgreich juristisch vor. Aber man erinnert sich diffus: Da war doch was … So twitterte der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber auf die Nachfrage von CDU-Frau Erika Steinbach zum aktuellen Alsterradio-Gerücht: “zuzutrauen ist es ihm, oder?

Und derzeit ist die Erinnerung auch noch frisch, dass eine Liebesgeschichte, die lange den Status eines “bösen Gerüchts” hatte, sich am Ende doch als wahr herausstellen kann. Siehe den früheren Schröder-Weggefährten und aktuellen Politiker der Linken, Oskar Lafontaine, und seine Partei- und sonstige Freundin Sahra Wagenknecht. Es ist schon bemerkenswert, wie unbedarft da von Parteipolitikern in aller Öffentlichkeit Gerüchte debattiert werden, über die früher höchstens hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde. In einem Fall wie diesem ist Twitter Klatsch und Tratsch auf Speed.

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