China-Hacker attackieren US-Handelskammer

Nächster Fall in Cyberspionage-Konflikt zwischen den USA und China. Wie das Wall Street Journal berichtet, wurde die US-Handelskammer 2010 über sechs Monate durch chinesische Hacker ausgespäht. Ob beim Anzapfen des Servernetzwerks des amerikanischen Lobbyisten-Verbands ein Schaden entstanden ist, lässt sich nicht beziffern. Die US-Handelskammer ist keine Ausnahme: In diesem Jahr häuften sich die Berichte über chinesische Hackergruppierungen, die Cyberspionage in den USA versuchen.

Anzeige

Es ist die digitale Variante des Wirtschaftskrieges zwischen den beiden dominierenden Mächten dieses Jahrhunderts, China und den USA – die Cyberspionage. Das Wall Street Journal hat heute über einen besonders schwerwiegenden Fall berichtet, der sich im vergangenen Jahr ereignet hat. Betroffen: Die amerikanische Handelskammer, die die Interessen von Corporate America repräsentiert und über 300.000 Mitglieder führt.
 
Passiert war dies: Chinesische Hacker sollen sich durch Sicherheitslücken Zugriff zum Netzwerk der US-Handelskammer verschafft und systematisch Personen ausgespäht haben, die Geschäftsbeziehungen mit Asien unterhielten. Maximal 50 Mitarbeiter waren betroffen, berichtet das Wall Street Journal.

"Jemand war darauf extrem spezialisiert"

Die Cyber-Hacker gingen dabei offenbar sehr systematisch vor und installierten gezielt Programme, nachdem sie sich im Rechnernetz eingenistet hatten. Über ein halbes Jahr soll die Online-Spionage angedauert haben – von November 2009 bis Mai 2010. Das FBI soll schließlich auf den Fall aufmerksam geworden sein und die US-Handelskammer unterrichtet haben. Einige Computer seien daraufhin zerstört worden.

"Ungewöhnlich an dem Vorgang war, dass jemand darauf extrem spezialisiert war", erklärt der Vorstandschef der US-Handelskammer, David Chavern. "Sie wussten ganz genau, wer wir sind und haben gezielt einige Leute beobachtet und die entsprechenden Tools dafür eingesetzt." Ob und welcher Schaden dabei entstanden ist, konnte der Interessenverband nicht beziffern.

Schaden durch Online-Spionage in Milliardenhöhe

Die chinesische Regierung hat sich unterdessen gegen die Darstellung verwahrt. Davon sei nichts bekannt, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber dem US-Traditionsblatt und verwies darauf, dass Online-Spionage in China illegal sei.

Doch die Fälle häufen sich. Dieses Jahr wurde die US-Investmentbank Morgan Stanley ebenso Opfer von chinesischen Hacker-Angriffen wie Google, das beklagt hatte, dass sein Email-Dienst GMail attackiert worden war. Wirtschaftsexperten beziffern den jährlich entstehenden Schaden durch Online-Spionage in Milliardenhöhe. 

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige