Anzeige

WDR erwartet 53,9 Millionen Euro Verlust

Trotz Sparkurs: Der WDR rechnet 2012 mit einem Verlust von 53,9 Millionen Euro. Einnahmen von 1,34 Milliarden Euro stehen Ausgaben von 1,43 Milliarden Euro gegenüber, teilte die größte ARD-Rundfunkanstalt mit. Den Betrag will sie aus Rücklagen ausgleichen. Trotz weiterer Kürzungen im Personal-, Sach- und Programmaufwand in Höhe von rund 70 Millionen Euro weist die Finanzplanung des WDR bis Ende 2015 einen ungedeckten Fehlbetrag von 152 Millionen Euro aus.

Anzeige

Ob und inwieweit sich die Erträge durch den Haushaltsbeitrag ab 2013 verbessern werden, lasse sich derzeit nicht absehen. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) hatte aufgrund der Unsicherheit der künftigen Ertragslage auf eine Empfehlung für eine Gebührenanpassung verzichtet.
„Eine Überprüfung der Ertragslage durch die KEF ist somit erst für den 19. KEF-Bericht im Jahr 2014 vorgesehen“, sagte WDR-Intendantin Monika Piel. Ob und in welcher Höhe es dann zu einer Anpassung des Beitrags – als einer Gebührenerhöhung – kommen wird, sei zum heutigen Zeitpunkt vollkommen offen. Der Sender sei darauf vorbereitet, über einen Zeitraum von dann sechs Jahren mit unveränderter Gebühren- bzw. Beitragshöhe zu leben.
Der WDR spart seit 2009 jährlich je 50 Millionen Euro ein und muss diese Maßnahme bis einschließlich 2014 fortsetzen. „Dank des 2009 eingeschlagenen Konsolidierungskurses werden wir die laufende Gebührenperiode voraussichtlich mit einer schwarzen Null abschließen“, sagte Piel. Die Qualität der Programme wolle sie nicht aufs Spiel setzen. „Stattdessen sparen wir durch große strukturelle Umorganisationen im WDR.“
Im Klartext bedeutet das, der Sender baut elf Planstellen im kommenden Jahr ab. Zwischen 2013 bis 2015 sollen jeweils 15 weitere Stellen eingespart werden.
Für das laufende Programm steigen die Kosten hingegen. Der Fernsehetat wächst um 31 Millionen Euro auf insgesamt 435 Millionen Euro, was größtenteils aus den einmalig anfallenden Übertragungs- und Rechtekosten für die EM 2012 in Polen und der Ukraine sowie für die Olympischen Sommerspiele in London resultieren soll. Gleiches gelte für den um vier Millionen Euro steigenden Radioetat von 90 Millionen Euro. Rund eine Million Euro seien einmalig für Entwicklung und Umsetzung des neuen Digitalradiostandards DAB+ vorgesehen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige