Print-Werbemarkt nähert sich Nullwachstum

Nach einem recht erfreulichen ersten Halbjahr geht dem Anzeigengeschäft der Publikumszeitschriften nun immer mehr die Puste aus. Lagen die von Nielsen ausgewerteten Titel nach dem Juni noch 4,2% über dem Vorjahr, sind es nun, nach Abschluss des Novembers nur noch 1,8%. Bei den Titeln, deren Zahlen vergleichbar sind, liegen inzwischen 206 unter, nur noch 217 über dem Vorjahr. Bei den großen Titeln sieht es hingegen noch ordentlich aus: In der Top 50 gibt es nur 16 Verlierer.

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Sogar nur sieben Absteiger finden sich unter den 25 aktuell umsatzstärksten Titeln der Nielsen-Analyse, darunter mit Spiegel, Focus und Brigitte allerdings auch drei der fünf Top-Magazine. Ebenfalls unter die Zahlen des Vorjahres zurück gefallen sind Bunte, TV Movie, Sport Bild und Cosmopolitan. Deutlich nach oben ging es hingegen für Vogue, Glamour, TV 14, Elle, Auto Bild, rtv West, Gala und auto motor und sport – für viele Frauen-Titel und zwei Automagazine also.

Vorn bleibt der stern souveräne Nummer 1: Mit 139,51 Mio. Euro Brutto-Werbeumsatz verweist der die Bild am Sonntag, die zwischenzeitlich mal vorn lag, deutlich auf Platz 2. Vorsprung des sterns inzwischen: mehr als 13 Mio. Euro. Ebenfalls über die 100.Mio.-Euro-Marke sprangen Spiegel und Focus.

Weitere neun Verlierer finden sich auf den Rängen 26 bis 50, aber eben auch 15 Gewinner und ein Neuling – Grazia auf Platz 39. Deutlich zulegen konnten in dieser zweiten Hälfte des Top-50-Rankings prisma Gesamt West, das Zeitmagazin, Schöner Wohnen, Joy und das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Besonders kräftige Werbeumsätze eingebüßt haben hingegen die Bravo, Lisa, sowie tina und die Apotheken Umschau A.

In der Top Ten der Aufsteiger des bisherigen Jahres dominieren Frauen-Titel: Vogue findet sich auf Platz 1, Gala und Glamour auf 4 und 5, Elle und InStyle auf 9 und 10. Daneben finden sich hier mit Auto Bild und auto motor und sport auch die beiden genannten Automagazine.

Größter Verlierer 2011 wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Sport Bild werden. Offenbar unter anderem wegen des Zusatzgeschäfts im WM-Jahr 2010, das nun fehlt, gingen dem Magazin 4,65 Mio. Euro Brutto-Umsatz abhanden. Dahinter finden sich die Umsatz-Giganten Spiegel, Bunte und Brigitte, sowie Klassiker wie Hörzu und Bravo.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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