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Groupons wundersame Börsen-Auferstehung

Totgesagte leben länger: Wochenlang schien es oberste Anlegerpflicht zu sein, auf Groupon einzuprügeln und die Aktie bis zum Anschlag leer zu verkaufen. Das ging drei Wochen ziemlich gut – Anteilsscheine von Groupon halbierten sich sehr schnell nach dem Börsendebüt Anfang November. Seitdem jedoch erlebte die verhasste Aktie ein ziemlich wundersames Comeback: Enorme 65 Prozent legte das Papier in den vergangenen zweieinhalb Wochen wieder zu – und liegt dabei wieder weit über Ausgabekurs.

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Totgesagte leben länger: Wochenlang schien es oberste Anlegerpflicht zu sein, auf Groupon einzuprügeln und die Aktie bis zum Anschlag leer zu verkaufen. Das ging drei Wochen ziemlich gut – Anteilsscheine von Groupon halbierten sich sehr schnell nach dem Börsendebüt Anfang November. Seitdem jedoch erlebte die verhasste Aktie ein ziemlich wundersames Comeback: Enorme 65 Prozent legte das Papier in den vergangenen zweieinhalb Wochen wieder zu – und liegt dabei wieder weit über Ausgabekurs. 

Der Nachruf schien geschrieben, ehe Groupon es überhaupt an die Wall Street geschafft hatte. "Das IPO ist aufgeblasen und manipuliert", watschte etwa CNBC-Star-Moderator James Cramer das Groupon-IPO ab – die jüngste Bilanz hielt er zudem für "aufgehübscht". Knapp 20 Milliarden Dollar war Groupon trotzdem in den ersten Minuten nach Börsendebüt nach einer‘> wert. 

"Sechs bis neun Milliarden Börsenwert wären angemessen", stimmte auch der Internetaktien-Kenner Henry Blodget (Business Insider) den Abgesang an. Das wären etwa 10 Dollar je Aktie. "Genießt den Ritt, Groupon-Aktionäre ich bin raus hier", gab Blodget Anlegern noch einen letzten Rat nach dem furiosen Handelsstart. 

Groupon-Aktie auf Achterbahnfahrt: 52 Prozent verloren, 65 Prozentgewonnen

Spätestens als die Groupon-Aktie eine Woche nach dem Börsendebüt zum Leerverkauf freigegeben wurde, folgte, was wohl folgen musste: Die Anteilsscheine gingen in den freien Fall über. Von 31,14 Dollar am 4. November ging die rasante Talfahrt bis auf 14,85 Dollar am 28. November nach unten – Kursverluste von mehr als 52 Prozent in nur drei Wochen.
Doch seitdem ging es umso schneller wieder nach oben! In gerade mal zweieinhalb Wochen zog die Groupon-Aktie von 14,85 Dollar wieder auf gestern in der Spitze 24,50 Dollar an – macht summa summarum ein ganz bemerkenswertes Plus von enormen 65 Prozent in zwölf Handelstagen! In anderen Worten: Die Groupon-Aktie liegt wieder über dem Emissionskurs – und zwar immerhin um 16 Prozent.

Andrew Mason nach Ende der "Quiet Period": "Produktivste Monate"

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Doch wie ist die scharfe Rallye zu erklären? Nicht mit handfesten Argumenten: "Der Kurssprung, über den keiner redet", betitelte der Business Insider die Kursrallye. Tatsächlich ist es wohl eine Mischung aus mehreren Ursachen. Etwa dem Ende der sogenannten "Quiet Period", jener Phase um einen Börsengang herum, in der sich das Management nicht öffentlich äußern darf.  

Seit Dezember kann sich CEO Andrew Mason nun jedoch wieder als Kommunikator in eigener Sache betätigen: "Die letzten sechs Monate waren die produktivsten der Unternehmensgeschichte", erklärte der 28-Jährige Anfang Dezember und ließ sich dann auch gleich etwas in die Karten schauen: "Wir haben 650.000 Groupon-Deals am Black Monday verkauft – ein Anstieg von 500 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum."

WSJ: Kommen positive Analystenstudien?

Inzwischen keimt so wohl die Hoffnung an der Börse auf, dass Groupons Weihnachtsquartal ein ziemlich erfolgreiches werden könnte. Ein Analyst sagt schon Umsatzsteigerungen von 244 Prozent voraus.

Das Wall Street Journal spekuliert unterdessen auf positive Analystenberichte – nämlich von den konsortialführenden Banken, die selbst einer "Quiet Period" unterliegen. Diese endet diese Woche. Kauf-Empfehlungen für den eigenen Börseneuling wären da keine Überraschung. Sie können indes kaum den 65 Prozent-Kurssprung erklären.  

Wahrscheinlicher als all die nebulösen Erklärungsversuche ist ein Blick auf die Gepflogenheiten an der Börse. Die Märkte waren sich über den schnellen Absturz sehr sicher – es wurde bis zum Anschlag leer verkauft. Der Absturz der Groupon-Aktie schien die sicherste Sache der Wall Street zu sein. Indes: "Die Zukunft ist niemals klar", wusste schon Investoren-Legende Warren Buffett zu berichten. "Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen." In diesem Fall zahlten die Leerverkäufer die Zeche. 

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