Funke-Clan weist Springer-Offerte zurück

Es hätte der Mediendeal des Jahres werden können: Wie das Manager Magazin in seiner Online-Ausgabe vermeldet, hat die Axel Springer AG für die gesamte WAZ-Mediengruppe für 1,4 Milliarden Euro geboten. Mit Datum vom 28. September soll Springer-Vorstandschef Matthias Döpfner die Offerte in einem fünfseitigen Schreiben den WAZ-Eignern unterbreitet haben. Mittlerweile gibt es eine Stellungnahme von der WAZ-Gruppe. Klaus Schubries, der Vertreter des Funke-Stammes, lehnt einen Verkauf ab.

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Wörtlich erklärte Schubries: "Die Funke-Gruppe ist derzeit an einem Verkauf von Teilen der WAZ Mediengruppe nicht interessiert. Auch ein Verkauf von Geschäftsanteilen an der WAZ Mediengruppe kommt für uns nicht in Frage. Daher ergeben sich keine Verhandlungsmöglichkeiten mit der Axel Springer AG." Peter Heinemann, der Testamentsvollstrecker des Brost-Stammes der WAZ-Gruppe, ließ sich zu der Meldung des Springer-Angebots lediglich mit einem Bibelspruch des Apostels Paulus zitieren: "Prüfet alles und behaltet das beste."
Die mögliche Springer-Offerte kommt in einer bewegten Zeit für den Essener Zeitungskonzern. Gerade erst hatte Petra Grotkamp rund 500 Millionen Euro für die Mehrheit an der WAZ-Mediengruppe geboten. Bislang hält die Tochter des WAZ-Mitgründers Jakob Funke und Ehefrau des langjährigen Verlagschefs Günther Grotkamp 16,7 Prozent an dem Konzern. 
Die Besitzverhältnisse des WAZ-Konzerns sind kompliziert und werden immer wieder als Grund genannt, warum sich wichtige strategische Entscheidungen bei dem Medienkonzern länger als bei anderen Häusern hinziehen. Bislang kontrollierten zwei Familiengesellschaften den Verlag mit jeweils 50 Prozent der Anteile: die Brost Verwaltungs-GmbH und die Funke-Familiengesellschaft.

Bislang konnte Grotkamp eine Einigung mit den drei Brost-Enkeln über den Verkauf und Preis ihrer Anteile erzielen. So soll bereits ein „Term Sheet“ aufgesetzt und unterschrieben worden sein. Allerdings muss Anwalt Peter Heineman zustimmen. Er hat noch bis 2015 die Testamentsvollstreckung für die Brost-Enkel inne. In einer ersten Stellungnahme kündigte Heinemann an, alles gründlich zu prüfen und "die testamentarische Verfügung des Erblassers und die Interessen der Enkel abwägen".

Bislang hat sich der Testamentsvollstrecker jedoch noch nicht geäußert. Möglichweise muss er jetzt zudem auch noch das Springer-Angebot prüfen.

In seinem Brief soll Döpfner laut Manager Magazin schreiben, dass seiner Meinung nach Zeitungen und Zeitschriften " auch langfristig (…) eine attraktive Zukunft haben". So soll von Springers Seite "nach wie vor ein erhebliches Interesse an einem Erwerb der WAZ-Beteiligungen in Österreich an ‚Krone’ und ‚Kurier’" bestehen. Auch das Zeitschriftengeschäft der WAZ sowie einige Regionalzeitungen und Anzeigenblätter möchte das Berliner Medienhaus gerne übernehmen. Der Kernsatz lautet demnach, dass man das Gebot für die gesamte WAZ-Gruppe "heute nicht prinzipiell ausschließen" wolle.

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