Brost-Erben wollen WAZ-Anteile verkaufen

Trotz aller Sperrfeuer von Springer: Die Übernahme der WAZ-Anteile der Familie Brost durch Petra Grotkamp schreitet voran. Ein wichtiger Schritt in diesem Prozess scheint gerade vollzogen zu werden. So stimmten die drei Enkelkinder des Verlagsmitgründers Erich Brost und dessen Testamentsvollstrecker Peter Heinemann einem Verkauf ihrer 50-Prozent-Beteiligung an dem Essener Medienkonzern zu. Das berichtet die Online-Ausgabe des Manager Magazins. Der Kaufpreis soll bei 470 Millionen Euro liegen.

Anzeige

Noch ist der Verkauf allerdings nicht in trockenen Tüchern. Denn noch müssen – laut Manager Magazin – wichtige Details auf einer Sondersitzung der Funke Familiengesellschaft (FFG) am morgigen Freitag geklärt werden.
Die Besitzverhältnisse bei der WAZ-Gruppe teilen sich derzeit so auf, dass die verkaufswillige Brost-Familie die Hälfte am Unternehmen hält und die anderen 50 Prozent von der FFG kontrolliert werden. Diese Holding wird zu gleichen Teilen von den Famielen Holthoff, Schubries und Grotkamp kontrolliert. Letztere schickt sich an, den Brost-Anteil zu kaufen. 
Damit die Übernahme zu Stande kommen kann, soll die FFG offenbar eine
Finanzierungslücke von rund 50 Millionen Euro schließen. Zudem soll die Vinkulierung der WAZ-Anteile gelockert oder aufgehoben werden. Diese Änderung bei den Namensaktien der Eigentümer-Familien werden offenbar nötig, um Anteile an dem Zeitungs-Konzern bei den Banken als Sicherheit zu hinterlegen. Dazu brauchen die Grotkamps die Zustimmung ihrer Mitgesellschafter in der FFG. Wie das Manager Magazin berichtet, benötigt die kaufwillige Petra Grotkamp ein Kreditvolumen von rund 200 Millionen Euro. Aufgrund der Euro-Krise sollen die Verhandlungen mit den Banken jedoch schwierig verlaufen.
Der Verkaufsprozess der Brost-Anteile an die Grotkamps stockte zwischenzeitlich, da die Axel Springer AG ein sehr hohes Gegengebot abgegeben hatte. So soll CEO Mathias Döpfner bereit gewesen sein, 1,4 Milliarden Euro für 50 Prozent des Konzerns zu zahlen. Allerdings lehnte die Funke-Gruppe die Offerte von Springer wenige Stunden nach deren Bekanntwerden ab.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige