Döpfner distanziert sich von Wallraff-Spitzeln

Mathias Döpfner hat sich von der Spitzelaktion gegen den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff durch Mitarbeiter der Bild-Zeitung in den Siebziger Jahren distanziert. Der Vorstandschef der Axel Springer AG teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass man sich aus Sicht des heutigen Managements und der Chefredaktion "nachdrücklich von den damaligen Vorgängen" distanziere. Bisher führte die angekündigte Untersuchung des Vorfalls zu keinem Ergebnis.

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Döpfner hegt nun den Verdacht, dass es auf Verlagsseite etwas zu verheimlichen gegeben haben könnte. Zum Hintergrund: 1976 wurden nach Angaben des Verlages in den Redaktionsräumen der Bild Köln Telefonate von Wallraff mit dem Liedermacher Wolf Biermann abgehört. Die Umstände sind unklar. Wer die Abhöraktion in Auftrag gab und wer sie schlussendlich durchführte, konnte bislang nicht geklärt werden.

Der Springer-Vorstand betonte, dass derzeit noch eine Klages des Verlages gegen den Bundesnachrichtendienst laufe und man um Akteneinsicht gebeten habe. Darüber hinaus hätte der amtierende Bild-Chef Kai Diekmann bereits Kontakt zu Wallraff aufgenommen, berichtet die dpa.

Wallraff und die Axel Springer AG verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. So hatte der Enthüllungsjournalist 1977 unter falschen Namen bei der Bild Hannover angeheuert, um wenig später seine Erkenntnisse in dem Buch "Der Aufmacher" aufzuschreiben. Im Rahmen der langen "Günter Wallraff-Nacht" im WDR am 19. November war Döpfner zu Wort gekommen und hatte eine lückenlose Aufklärung des Falles versprochen. 

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