Zynga vor größtem Internet-IPO seit Google

Es ist soweit: Der Online-Spiele-Anbieter Zynga befindet sich auf der Zielgeraden seiner Börsenvorbereitungen. Am Freitag soll nach vielen Monaten des Wartens endlich das IPO stattfinden – Zynga dürfte nach Ablauf der Roadshow in immer noch stürmischen Börsenzeiten an der Wall Street debütieren. Wenn das Interesse am Graumarkt den Erwartungen des gerade mal vier Jahre alten Unternehmens entspricht, dürfte Zynga der größte Internet-Börsengang seit Google gelingen. Ein koreanischer Konkurrent legt schon morgen vor.

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Es ist soweit: Der Online-Spiele-Anbieter Zynga befindet sich auf der Zielgeraden seiner Börsenvorbereitungen. Am Freitag soll nach vielen Monaten des Wartens endlich das IPO stattfinden – Zynga dürfte nach Ablauf der Roadshow in immer noch stürmischen Börsenzeiten an der Wall Street debütieren. Wenn das Interesse am Graumarkt den Erwartungen des gerade mal vier Jahre alten Unternehmens entspricht, dürfte Zynga der größte Internet-Börsengang seit Google gelingen. Ein koreanischer Konkurrent legt schon morgen vor.  
Drei Tage noch – dann schlägt die Stunde von Mark Pincus. Mark Pincus? Der CEO des Online-Spiele-Anbieters Zynga ist eher ausgewiesenen Internet-Kennern bekannt – für den Großteil der Öffentlichkeit ist es einfach der Vorstandsvorsitzende eines neuen Börsenkandidaten.

Dabei ist es nicht das erste IPO des 45-jährigen Online-Veteranen. Bereits zur Jahrtausendwende debütierte der Seriengründer mit seinem damaligen Start-up Support.com an der Wall Street – insgesamt fünf Unternehmen gründete Pincus schon. Zynga ist fraglos der Höhepunkt einer fast zwei jahrzehntelangen Karriere im Silicon Valley.

Gründer Pincus wird aus dem Stand zum Milliardär
Wenn die Dinge so laufen, wie es sich Pincus vorstellt, wird der streitbare Manager ("Er hat den Ruf eines Arschlochs", Alex St. John, Präsident Hi5 Networks) am Freitag zum Milliardär. Und das vielleicht gleich doppelt, denn Pincus hält 18 Prozent am boomenden Online-Spiele-Anbieter, in den auch Google investiert ist.

Bis zu 7 Milliarden Dollar könnte Zynga am Freitag am oberen Ende des Ausgabekurses wert sein – Pincus’ Anteile würden entsprechend auf 1,26 Milliarden Dollar schnellen – nicht gerade unwahrscheinliche Kursgewinne noch nicht miteingerechnet. Zum Börsenstart explodierten schon die Notierungen der Börseneulinge LinkedIn, Groupon und Yandex dieses Jahr um 50 Prozent und mehr.  

Milliarden-Emission angestrebt

Entsprechend erscheint es wahrscheinlich, dass sich Pincus am Freitag auch noch mit einem anderen Titel schmücken darf: Zynga schickt sich an, den größten Börsengang seit Google hinzulegen – und das IPO liegt schon siebeneinhalb Jahre zurück. Über eine Milliarde Dollar könnte Zynga für seinen Gang an die Börse erlösen – Groupon, das erst vor einem Monat 750 Millionen eingenommen hatte, wird damit wohl überboten. 
Nach dem Börsenwert könnte sich das Schnäppchenportal nach einer kräftigen Kursrallye in den vergangenen Tagen indes weiter vor Zynga halten – bei 22 Dollar notiert Groupon inzwischen wieder über Ausgabekurs und ist 14 Milliarden Dollar wert. Für diesen Börsenwert müsste Zynga seine Aktien schon am oberen Ende des Ausgabekurses anbieten und auf eine Kursverdopplung hoffen, die keinesfalls völlig  ausgeschlossen scheint, nachdem im Sommer schon Marktkapitalisierungen von 20 Milliarden Dollar und mehr kursierten.

Rivale Nexon kommt Zynga zuvor 

Direkte Konkurrenz beim Gang an die Börse bekommt Zynga unterdessen aus Asien. Der koreanische  Online-Rollenspiele-Anbieter Nexon, der User mit Games wie "MapleStory" in seinen Bann zieht, strebt bereits Mittwoch an die Börse – allerdings nicht an die Wall Street, sondern in Tokio. 

Auch Nexon peilt einen Milliardenerlös an, verdient dabei aber weitaus mehr als Zynga, dessen Gewinne 2011 im Zuge gestiegener Marketingausgaben stark nachgegeben hatten. Ein veritabler Showdown an der Börse zwischen den beiden führenden Online-Spiele-Anbietern scheint vorprogrammiert.  

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