Zynga maximal 10 Milliarden an Börse wert

Es ist so eine Sache mit dem richtigen Zeitpunkt an der Börse. LinkedIn und Yandex kamen als erste Multi-Milliarden-Börsenaspiranten der neuen Internet-Generation im Frühjahr durch – stolze Ausgabekurse und satte Gewinne wurden erzielt. Dann kam der Sommer und die europäische Schuldenkrise, die die Weltbörsen monatelang auf Talfahrt schickte und den Markt für Neuemission zum Erliegen brachte. Groupon nutzte das kurze Zeitfenster der Erholung im Oktober. Seitdem ging es wieder steil bergab – was Börsen-Kandidat Zynga nun zu spüren bekommt.

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Es ist so eine Sache mit dem richtigen Zeitpunkt an der Börse. LinkedIn und Yandex kamen als erste Multi-Milliarden-Börsenaspiranten der neuen Internet-Generation im Frühjahr durch – stolze Ausgabekurse und satte Gewinne wurden erzielt. Dann kam der Sommer und die europäische Schuldenkrise, die die Weltbörsen monatelang auf Talfahrt schickte und den Markt für Neuemission zum Erliegen brachte. Groupon nutzte das kurze Zeitfenster der Erholung im Oktober. Seitdem ging es wieder steil bergab – was Börsen-Kandidat Zynga nun zu spüren bekommt.  
Timing ist alles – erst recht an den Aktienmärkten. Wer zu spät kommt, den bestraft der nächste Abschwung. So fast geschehen bei Groupon, das es im Sommer nicht mehr rechtzeitig an die Wall Street schaffte und Monate auf die nächste Chance warten musste. Sie kam, sie war kurz, sie wurde Anfang November genutzt – Groupon ist inzwischen an der Börse und war kurzfristig fast 20 Milliarden Dollar wert.
Vorgestern waren es nur noch 10 Milliarden. Eine ähnliche Halbierung, die alle großen Internet-Börsendebütanten seit den Höchstkursen verkraften mussten, steht nun offenbar auch dem nächsten hoch gewetteten Dot.com-Kandidaten bevor.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters strebt der Online-Spiele-Anbieter Zynga nun offenbar nur noch für eine Bewertung von acht bis zehn Milliarden Dollar an die Börse. Spekulationen gingen zuvor noch von einem möglichen Börsenwert von 15 bis 20 Milliarden Dollar aus.
Zynga-IPO: Nur 900 Millionen in die Kassen?

Nach Reuters-Angaben strebt Zynga nun an, etwa 900 Millionen Dollar durch den Börsengang zu erlösen – 10 Prozent des Unternehmen sollen im Zuge der Emission an der Börse für einen möglichen Ausgabekurs zwischen 8 und 10 Dollar platziert werden. Techcrunch bestätigte die Reuters-Informationen unterdessen aus unternehmensnahen Kreisen.

Zyngas Roadshow vor Investoren soll ab Montag kommender Woche beginnen. Üblicherweise würde demnach ein IPO Ende der darauffolgenden Woche – also Mitte Dezember – folgen. Anfang November hatte der Online-Spiele-Anbieter seine jüngste Bilanz bekanntgegeben und dabei erneut stark nachgebende Gewinne veröffentlicht. Auch die jüngsten Nutzerzahlen waren leicht rückläufig.

Analysten: 2012 wäre das Umfeld besser

Analysten halten den Börsengang unterdessen für übereilt. "Sie sollten lieber erst das Dezember-Quartal veröffentlichen. Anleger sind schließlich bereit, für Wachstum zu zahlen", erklärte Michael Pachter von Wedbush Securities gebenüber Reuters. In anderen Worten: Mit besseren Zahlen lassen sich höhere Kurse erzielen.

Auch Arvind Bathia von Sterne Agee macht das gegenwärtig schwierige Marktumfeld für die Bewertungsabschläge verantwortlich. "Sie haben wohl gemerkt, dass Bewertungen von 14 Milliarden Dollar im aktuellen Börsenklima nicht zu erzielen sind."

Einen Hoffnungsschimmer gibt es für Zynga trotzdem: Die Ausschläge an der Börse sind derzeit extrem. Gestern erst legten die US-Börsen die stärkste Rallye des Jahres hin – völlig offen, wie die Stimmung in zwei Wochen aussieht. Ausgabekurs-Anhebungen in letzter Minute – siehe Groupon, LinkedIn und Yandex – bleiben da immer eine Option.

Update 2. Dezember: Tatsächlich hat Zynga seinen angestrebten Börsenwert noch weiter heruntergeschraubt. So bietet das Internet-Unternehmen nun 14 Prozent der Unternehmensanteile für den maximalen Emissionserlös von 1 Milliarde Dollar an – Zynga wäre demnach an der Börse nur noch 7 Milliarden Dollar wert.  

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