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Guttenberg: „Fortsetzung einer Politsatire“

Nach seiner Plagiatsaffäre berät Karl-Theodor zu Guttenberg künftig die EU in Fragen zum Internet. Bei vielen Medien und Bloggern stößt das auf Kritik. "Ausgerechnet er soll nun Freiheitskämpfern im Netz helfen. Das ist absurd", kommentiert Spiegel Online. Sueddeutsche.de bezeichnet die Berufung in die europäische Kommission als "Fortsetzung einer Politsatire". Und Piratenpartei-Mitglied Claudius Holler hält Guttenberg für den Job in etwa so geeignet wie "Hugh Hefner als Gleichstellungsbeauftragter".

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Spiegel Online, Christian Stöcker: "Karl-Theodor zu Guttenberg hat ein gespaltenes Verhältnis zum Internet. Es war mitverantwortlich für seinen Sturz, und als Minister trug er Gesetze zur Einschränkung der digitalen Freiheit mit. Ausgerechnet er soll nun Freiheitskämpfern im Netz helfen. Das ist absurd."
Stern.de, Florian Güßgen: "Karl-Theodor zu Guttenberg jetzt zu Europas Mann in Sachen Internetfreiheit zu küren, ist in etwa so klug wie Dominique Strauss-Kahn zum Brüsseler Frauenbeauftragten zu machen. Unerträglich."
Sueddeutsche.de, Roland Preuß: "Guttenbergs neuer Auftrag wirkt wie die Fortsetzung einer Politsatire, die immer bizarrer wird. Ausgerechnet der Ex-Minister, der das Internet für seine Texträuberei missbraucht, der von Onlineaktivisten widerlegt und verspottet wurde, soll nun die Freiheitskämpfer im Netz beflügeln."
taz.de, Ruth Reichstein: "Ob zu Guttenberg da ihr richtiger Mann ist, ist allerdings fraglich: In seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister soll er deutsche Firmen beim Export von ebensolcher Spionagesoftware mit Bürgschaften unterstützt haben – die Lieferungen gingen unter anderen in den Nahen Osten."
Netzpolitik.org-Gründer Marks Beckedahl: "Ich habe bisher noch kein Argument gehört, warum zu Guttenberg qualifiziert ist, um zum Thema Internetfreiheit die EU-Kommission zu beraten. (…) Wenn er sich bisher zum Thema Internet geäußert hat, ging es wahlweise um einen Ausbau von Überwachungsmaßnahmen oder zur Einführung von Netzsperren."
Extra3: "Wir wünschen Karl-Theodor zu Guttenberg in seinem neuen Job als EU-Berater für Internetfreiheit immer genügend Disketten!"
Onlinestratege Christoph Kappes: "Er ist ein Technikenthusiast mit umfangreichen Kenntnissen in der Manipulationstechnik, die es ihm erlaubt, einmal entdeckte Schwachstellen der Systeme zu seinem Vorteil zu nutzen."
Ruhrbarone.de, Stefan Laurin: "Selten gab es eine krassere Fehlbesetzung."
Piratenpartei-Mitglied Claudius Holler: "Hugh Hefner als Gleichstellungsbeauftragter #guttebesetzung"
CDU-Europapolitiker Werner Langen: "Es ist ein bisschen widersprüchlich. Zuerst wehrt er sich mit Gewalt gegen die Untersuchung seiner Arbeit. Und dann macht er sich selbst zum Vertreter für ein freies Internet. Das hat einen Hautgout."
SPD-Politiker Florian Pronold: "Wer vorsätzlich das Urheberrecht verletzt und bis heute kein Schuldbewusstsein hat, ist für die politische Auseinandersetzung um Urheberrecht und freies Internet nicht geeignet."

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