Amazon bietet Rasierer für 4 Billionen an

Es war schon ein vorweihnachtliches Schnäppchen, das Amazon da auf Lager hatte: Rasierklingen der Marke Braun, Modellname Kombi 51 S, bot der weltgrößte Versandhändler für sagenhaft günstige 4.210.201.380.269 Euro an. Mit dem Geld könnte man der verschuldeten Bundesrepublik im Nu aus den Staatsschulden helfen. Oder sich gleich ein ganzes Land kaufen. Was man sonst noch alles mit dem Geld anstellen könnte, darüber fachsimpeln User nun vortreffllich in den Kommentaren.

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Es war vermutlich ein Vertipper. Aber ein Vertipper mit Konsequenzen. Aus 29,33 Euro wurden aufgrund einer Panne über vier Billionen Euro. Grund genug für viele User, sich nun nach Herzenslust in den Kommentaren zum Produkt auszulassen. “Rasiert gut und für das kleine Geld recht gründlich. Nachteil: Die Occupy-Bewegung zeltet jetzt vor meinem Geldspeicher. Ich kann diese Neider nicht leiden”, lästert ein User. “Mit einem günstigen Kredit der EZB kann sich fast jeder Mann dieses unverzichtbare Gerät ins Badezimmer stellen. Und es sieht auch noch gut aus. Deshalb, mein Tipp: Sofort zuschlagen, solange der Preis noch so günstig ist!”, wettert ein anderer User.

Die Diskussion weckt Erinnerungen an das legendäre Schweizer Offiziersmesser, das Amazon 2010 anbot. Das Wenger-Messer, Modell “Giant” (inkl. Schatulle), brachte es auf 87 Werkzeuge und 141 Funktionen sowie einen Kilo-Preis von 434,13 Euro. Bei Amazon wurden innerhalb kürzester Zeit über 200 groteske Kunden-Rezensionen zu dem ebenso grotesken Messer verfasst.

Die Rasierklingen-Rezensenten stehen dem in nichts nach: “Ich bin zwar jetzt bis in ca. 4 Generationen verschuldet aber dafür immer glatt rasiert. Und das mit den Schulden ist ja nicht so schlimm – leih ich mir doch einfach so nen Schirm mit Hebel …”, heißt es da. So wird auch über etwaige Accessoires gerätselt: “Der Preis ist zwar gesalzen, aber dafür bietet das Ding jede Menge Extras. Vor allem die integrierte 10TB-Festplatte benutze ich sehr häufig bei meinen Geschäftsreisen. Auch die Uranzentrifuge und das 7.1 System sind qualitativ in Ordnung. Einen Punkt Abzug muss ich jedoch geben, da das verbaute 40KW Stromaggregat leider sehr laut ist.”

Ein User entdeckt hinter dem hohen Preis gar eine ausgeklügelte Business-Strategie: “Man könnte meinen, bei dem Preis wäre der Rasierer von Apple, ist er aber nicht. Nein, die neue Mid-Budgetstrategie von Braun trifft voll ins Schwarze, jetzt, wo der Steuerzahler ganze Staaten quersubventioniert versucht auf Braun durch realistisch an die zukünftige Inflation einiger Euroländer angepasste Preisstrategien ein verbessertes Rating zu erreichen. Der Gerät ist die Zukunft unserer Finanzwirtschaft!”

Wer also sowieoso neue Klingen für seinen Braun-Rasierer braucht und nebenbei ein wenig Schmunzeln will, dem seien die mittlerweile 60 Userkommentare als ungewöhnlicher Lesetipp wärmstens empfohlen.

Update, 8. Dezember 2011, 14:47 Uhr: Danke für das Feedback. Natürlich handelt es sich um illusorische vier Billionen Euro, nicht Milliarden.

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