Wie Facebook seinen Gründer bloßstellte

Es klingt wie ein schlechter Witz: Ausgerechnet das Profil von Mark Zuckerberg war gestern für einige Zeit öffentlicher als es sein sollte. Und das nicht durch einen Hacker-Angriff, sondern einen Programmierfehler, der die privaten Bilder des Facebook-Gründers für jedermann einsehbar machte, der schlau genug war, einen kleinen Kniff anzuwenden. Zuckerberg bediente die erwartbare Web-Häme blendend: Wie kann man Facebook noch trauen, wenn sich nicht mal Chef auf die Privatsphäre seines Netzwerks verlassen kann?

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Das Timing ist eine Katastrophe: Heute im Laufe des Tages will Facebook nach drei langen Monaten des Wartens endlich seine im September mit viel PR-Getöse angekündigte Timeline in Neuseeland und dann in den kommenden Tagen im Rest der Welt ausrollen – die Diskussion, wie weit unsere Privatsphäre im weltgrößten sozialen Netzwerk noch vorhanden ist, dürfte neu befeuert werden.

Dumm nur, dass sich ausgerechnet Chef des weltgrößten sozialen Netzwerks vorher online die Blöße gibt – und das auch noch unfreiwillig. Man sieht Zuckerberg, wie man sonst nur andere Mitglieder im Einmaleins der Facebook-Peinlichkeiten sieht: Etwa, wie er mit einem (toten?) Huhn, das er kopfüber an den Beinen hält, post oder wenig später grinsend einen Teller Chicken Wings in der Hand hält – der 27-Jährige hatte einst erklärt, er esse nur Fleisch von Tieren, die er selbst getötet habe. Wohl bekomm’s.

Verhängnisvoller Programmierfehler: Zugriff nach Foto-Beschwerde

Einsehbar wurden die Einblicke auf Zuckerbergs private Schnappschüsse durch einen Programmierfehler und einen kleinen Kniff, der im Web die Runde machte: Wer Fotos eines Nutzer als anstößig markierte, erhielt plötzlich Zugriff auf weitere Alben des Nutzers, die zuvor nicht öffentlich einsehbar waren. 

Kein Wunder, dass sich die Internetportale begierig auf die verlorene Privatsphäre des Mark Z. stürzten und die Bilder des Facebook-Chefs in Serien abbildeten. Und Zuckerberg ist natürlich kein Einzelfall: Entsprechend konnten Nutzer gestern die jüngsten privaten Bilder anderer  Facebook-Mitglieder einsehen, wenn sie den Beschwerde-Trick anwandten.

Die Macht der Bilder: Der Schaden ist angerichtet

Der Bug ist provisorisch gefixt, wie das boomende Internet-Unternehmen umgehend betonte, der Schaden indes bleibt. Die Macht der unfreiwillig komischen Bilder ist kaum zu unterschätzen, schließlich hat Zuckerberg, dessen betonte Mission die Offenheit für alle ist, via seinen Privatsphäre-Einstellungen vorher selbst eingesehen, dass sie Schnappschüsse eher nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren – eine sehr nachvollziehbare Entscheidung.

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Facebook durch Privatsphäre-Pannen und vor allem seinem sehr fragwürdigen Umgang mit den Daten seiner Nutzer auffällt – diesmal traf es nur ironischerweise den 27-jährigen Gründer höchst öffentlichkeitswirksam selbst.

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