SPD-Blatt Vorwärts umgeht Apples Appstore

Vorwärts, die Parteizeitung der SPD, hat eine App für das iPhone, das iPad sowie für Android-Geräte gelauncht. Das Kuriose daran: Die Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft hat es geschafft, die Apps an Apple vorbeizuschleusen. Denn im Appstore selbst ist die Software nicht auffindbar. Dieser Modus ist eigentlich nur zu Testzwecken in kleiner Runde und nicht für die breite Masse gedacht und weist Sicherheitsmängel auf. Für Chefredakteur Uwe Knüpfer ist es ein Testlauf.

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Was Vorwärts geschafft hat, dürfte viele Verlage neidisch machen und Apple nicht wirklich freuen: Vorbei an den Appstore-Regularien testet die Redaktion momentan die App für iPhone, iPad und Androidgeräte im Live-Modus. Das bedeutet: Das Programm ist noch nicht im Appstore erhältlich. Der User muss zur Installation des Programms die Webseite Vorwärts.de aufrufen und den Download mittels vordefiniertem Usernamen und Passwort vom Verlagsserver ausführen.

“Die richtige App kommt dann im Frühjahr in den Appstore”, erklärte Chefredakteur Uwe Knüpfer gegenüber MEEDIA. "Momentan testen wir die Software und produzieren erste Ausgaben vom Bundesparteitag." Die technische Umsetzung erfolgte über GFT Technologies, einen strategischen Partner der Deutschen Post. Ist die App einmal auf dem Gerät installiert, hat der User Zugriff auf die einzelnen Testausgaben von Vorwärts, die gesondert heruntergeladen werden.

Apple erklärte auf MEEDIA-Anfrage, dass ein solches Vorgehen “nicht unüblich" sei. Zur Frage, ob die Modalitäten legal seien, gab es keinen Kommentar. Und tatsächlich kommt die Vorgehensweise bei Apps zum Einsatz, die nur für eine bestimmte Usergruppe zusätzlich sein sollen. Möglich macht das Apples “ad-hoc-Distribution”, die das Unternehmen aus Cupertino für das Beta-Testing von Apps in Konzernen entwickelt hat.

Einige Unternehmen nutzen diese Funktion nicht nur für den Testbetrieb, erklärte Apple auf Anfrage von MEEDIA. Darunter beispielsweise die britische Financial Times.

Diese Art der Distribution hat allerdings einen großen Haken für den User: Laut Aussage eines App-Entwicklers kann der Betreiber der Software, in diesem Fall Vorwärts bzw. GFT, jede Tastatureingabe mitloggen, da sämtlicher Datenverkehr abseits der Apple-Server läuft. Kurzum: Für User ist die Testapp der Vorwärts ein Sicherheitsrisiko.

Das rund zehn Megabyte große Programm macht auf dem iPhone optisch dennoch eine gute Figur. Das Layout gefällt. Zwar laufen die Übergänge zwischen den einzelnen Seiten der Reader-App noch etwas hakelig. Derlei Probleme sollten sich aber bis zum Frühjahr beheben lassen.

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