Schuhbeck.com: Domain-Zoff köchelt weiter

Das Rezept von Schuhbecks Anwälten scheint nicht aufzugehen: Eigentlich sollte das Landgericht München am heutigen Dienstag über die Klage von Star-Koch Alfons Schuhbeck gegen den Religionslehrer Sebastian Schuhbeck verhandeln. Doch im Streit um die Domain Schuhbeck.com hat der Traunsteiner offenbar die besseren Karten. Nachdem die Klage in der vergangenen Woche publik wurde, baten die Anwälte des Küchenchefs nun um eine Verschiebung um ein halbes Jahr.

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Die Vertreter von Alfons wollen die zusätzliche Zeit nun für Gespräche nutzen. Laut Rosenheim24.de lacht Sebastian jedoch nur über das Manöver: "Das haben sie letztes Jahr auch schon haben wollen. Ein Vierergespräch mit Alfons, mir und unseren Anwälten in München. Hab ich auch nicht gemacht. Was soll denn da auch vermittelt werden? Ich will die Domains ja nicht verkaufen. Das sind meine Familien-Domains. Wenn der Alfons mir aber meine bisherigen Kosten von rund 2000 Euro bezahlt und mich dann in Ruhe lässt, ist die Sache für mich erledigt."

So einfach wird das aber wohl nicht. Die Anwälte des Promis argumentieren nach Informationen der Abendzeitung, dass der Koch mit seinen Büchern, TV-Auftritten und Werbeverträgen längst seine eigene Marke sei. Zudem soll Schuhbeck.com der Internationalisierung der Marke Schuhbeck im Weg stehen und dem Management so einige ehrgeizige Pläne kräftig versalzen. Dem entgegnet der Religionslehrer, dass Alfons Schuhbeck bereits "etwa 20 Domains mit seinem Namen“ habe, darunter auch die de-, die at- oder co.uk-Domain.

Allerdings schätzte bereits der Rechtsanwalt und Law Blogger, Udo Vetter, gegenüber MEEDIA die Chancen von Alfons als "nicht so gut ein". Denn bei Streitigkeiten um Domainnamen geht es erst einmal um die Frage, wer zuerst die Internet-Adresse angemeldet habe. Das ist in diesem Fall Sebastian Schuhbeck. "Erst dann wird geprüft, ob der Kläger eine so überragende Bekanntheit hat, dass es einen Besitzerwechsel der Domain rechtfertigt." Im Streit um das Web-Portal des Mineralölkonzerns Shell.com entschied der Bundesgerichthof genau nach diesem Muster vor einigen Jahren. "Meiner Ansicht nach reicht die Bekanntheit des TV-Kochs für solch eine Argumentation allerdings nicht aus."

In beiden Punkten kann der Traunsteiner wahrscheinlich seinen bekannteren Namensvetter abkochen. Denn zum einen war er "einfach vorher da" und zum anderen hält er sich für eine überregional bekannte Persönlichkeit, weil er bereits dutzende Artikel und Bücher verfasst habe. Tatsächlich bezeichnet sich der Traunsteiner als "Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht" – kein Job der so völlig im Verborgen ausgeübt wird.

Ein weiterer Punkt, der für den Lehrer spricht, ist, dass kaum eine Verwechslungsgefahr besteht. "Auf keiner meiner über 300 html-Seiten kommen die Worte ‚Fleischpflanzerl‘, ‚Ingwer‘ oder ‚Platzerl‘ vor, in der Fußzeile steht überall mein Copyright. Das kann nicht verwechselt werden", sagte er gegenüber Rosenheim24.de.

In Sachen Traffic hat sich der Prozess für den Hobby-Webmaster schon gelohnt. Seit der Fall publik ist, haben sich die Zugriffe auf die Seite des Traunsteiners um ein Vielfaches gesteigert.

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