LinkedIn, Groupon und Yandex stürzen ab

Der Absturz der Internet-Highflyer geht ungebremst weiter: Synchron zur Talfahrt des Schnäppchenportals Groupon knöpfen sich Anleger nun auch andere Börsendebütanten vor, die zur Jahresmitte noch für so viel Aufsehen gesorgt hatten – Yandex und LinkedIn. Seit dem fulminanten Börsenstart Ende Mai hat sich die Aktie des Online-Business-Netzwerks unterdessen mehr als halbiert. Das liegt nicht zuletzt am Ablaufen der Haltefrist für Altaktionäre, die nach einem halben Jahr nun Kasse machen können – und das offenbar auch tun.

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Der Absturz der Internet-Highflyer geht ungebremst weiter: Synchron zur Talfahrt des Schnäppchenportals Groupon knöpfen sich Anleger nun auch andere Börsendebütanten vor, die zur Jahresmitte noch für so viel Aufsehen gesorgt hatten – Yandex und LinkedIn. Seit dem fulminanten Börsenstart Ende Mai hat sich die Aktie des Online-Business-Netzwerks unterdessen mehr als halbiert. Das liegt nicht zuletzt am Ablaufen der Haltefrist für Aktionäre, die nach einem halben Jahr nun Kasse machen können – und das offenbar auch tun. 

Am Ende des Jahres, so scheint es, erleben die Gesetze der Schwerkraft ein echtes Comeback. Yandex? Die russische Suchmaschine debütierte im Frühjahr und schoss schnell auf eine Bewertung von 14 Milliarden Dollar – aus dem Stand der Aufstieg in die Top Ten der wertvollsten Internet-Unternehmen. Seitdem zeigt der Trend steil nach unten: Vom Höchstkurs bei 42 Dollar im Juni sind heute gerade mal übersichtliche 21 Dollar geblieben – eine glatte Halbierung.  
Dasselbe Schicksal teilt ein anderer hoch gewetteter Börsendebütant – nur dass sich das alles nicht in sechs Monaten, sondern ein paar Wochen ereignete. Bei gerade mal 15 Dollar wurde die Groupon-Aktie am Montag gehandelt, ehe gestern Schnäppchenjäger ihr Glück witterten und die Aktie seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ein paar Prozentpunkte nach oben beförderten.

Tatsächlich hat sich die Groupon-Aktie ironischerweise passend zum eigenen Rabatt-Geschäftsmodell selbst zum Schnäppchen entwickelt – nach nur drei Wochen an der Börse bekommen geduldige Aktionäre das drei Jahre alte US-Internet-Unternehmen nun schon für 50 Prozent Discount zum Höchstkurs am ersten Handelstag! 

LinkedIn: Wehe, wenn Altaktionäre Kasse machen

Das ganze Elend der halbierten Highflyer unterstreicht unterdessen die für viele Monate hoch gehypte LinkedIn-Aktie, die gestern im Handelsverlauf in der Spitze um zehn Prozent verprügelt wurde. Ganze 56 Dollar war LinkedIn zeitweise noch wert – dabei waren es noch 123 Dollar im Mai, ein happiges Minus von 55 Prozent.

Auffällig dabei: Seit dem Ende der Haltefrist für Altaktionäre Anfang November hat die LinkedIn-Aktie allein ein Drittel ihres Wertes eingebüßt. Eine ähnliche Feuerprobe steht Groupon-Aktionären im Mai nächsten Jahres erst noch bevor.
Glaubt man Analysten und Wall Street-Experten, muss der Aderlass unterdessen noch lange nicht vorbei sein. "LinkedIn ist vermutlich weiter ein geeigneter Short-Kandidat", erklärte Vermögensverwalter Cody Willard vergangene Woche und meinte damit: Die Aktie hat weiter Potenzial nach unten.
Wie viel Luft hat Groupon noch nach unten?

Darüber sind sich bei Groupon seit Wochen Analysten einig. "Eine Bewertung zwischen sechs bis neun Milliarden mit einem Mittelwert von 7,5 Milliarden Dollar wären angemessen", findet etwa Henry Blodget, Gründer des Portalkonglomerats Business Insider.

Aktuell ist Groupon immer noch mehr als zehn Milliarden Dollar wert. "Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht, dass sich die Aktie überhaupt so gut gerhalten hat", erklärte Ed Woo von Wedbush Securities nach der zunächst positiven Börsenperformance der ersten Handelstage.

Es wäre nicht das erste Mal, dass hochfliegende Internet-Träume jäh in den Niederungen des Börsenalltags platzten. Unvergessen ist die lange Börsenbaisse von 2000 bis 2003, von der sich viele Internetwerte nie erholten. Die Gesetze der Schwerkraft gelten am Ende eben doch an der Börse: What goes up, must come down.

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