YouTubes Eintritt ins Social-Media-Zeitalter

Mehr als fünf Jahre nach Übernahme des aufstrebenden Web-2.0-Startups YouTube kommt der Video-Dienst endlich vollständig in Googles Universum an. Über Nacht hat der wertvollste Internetkonzern der Welt YouTube im Design komplett überholt und in seiner Funktionalität stärker mit anderen Diensten verzahnt – allen voran mit dem neuen sozialen Netzwerk Google+. Popstars und Prominente bekommen ebenso eigene Kanäle wie TV-Shows und Fernsehsender. Es sieht so aus, als würde sich YouTube bereit für das Wohnzimmer machen.

Anzeige

Es ist so weit: Google renoviert sein Videoportal so grundlegend wie nie zuvor. Vor rund fünf Jahren für 1,65 Milliarden Dollar als Hoffnungsträger der Web 2.0-Generation erworben, ist YouTube inzwischen erwachsen geworden. Kolportierte 1,6 Milliarden Dollar trägt das Streaming-Portal inzwischen zu Googles Umsätzen bei – doch bis zuletzt wirkte YouTube – zumindest optisch – wie ein Fremdkörper im Web-Universum des Internet-Giganten.

Das ändert sich mit dem größten Relaunch der Unternehmensgeschichte, der gestern Abend um 22.30 Uhr deutscher Zeit freigeschaltet wurde. YouTube kommt aufgeräumter, als regelrechtes Kanal-Konglomerat daher. Nicht mehr das nackte Chaos regiert, sondern Kategorien und Kanäle. 

Dafür hat Google auch kräftig investiert: 100 Millionen Dollar wurden für Inhalte in 100 exklusiven Channels gesteckt. Renommierte Nachrichtenagenturen und TV-Sender wie Thomas Reuters oder Bloomberg sind nun ebenso vertreten wie Popstars wie Rihanna, Beyoncé oder Madonna, die in eigenen Kanälen daherkommen.
YouTube bekommt stärkere Social Media-Verzahnung

Der Hintergrund der Anstrengungen ist klar: Google möchte die Nutzer dazu ermuntern, mehr Zeit auf dem Videoportal zu verbringen – und wenn sie schon einmal da sind, ihre Aktivitäten auch weitaus stärker als in der Vergangenheit mit der Internetwelt  zu teilen.

Dafür hat Google eine stärkere Verbindung zu Facebook und Twitter, vor allem aber eine tiefere Integration in das eigene Social Network Google+ geschaffen. YouTube kann so automatisch mit dem Google+-Profil verbunden werden, so dass die neusten Video-Uploads der Netzwerke einfließen bzw. diese vice versa über die Aktivitäten auf YouTube informiert werden.

Neues Design mit Timeline-Feeling

Das Design selbst ist Social Network-artig geworden: Likes, das Ansehen oder Kommentieren von Videos fließt im eigenen Profil ein, während die Aktivitäten der Kanäle in der von Facebook oder Google+ bekannten Form in einer Timeline angezeigt werden.

In Theorie ist Google damit in der Social Media-Verzahnung seines Bewegtbild-Angebots ein gutes Stück vorangekommen. Als deutscher Internet-Nutzer bleiben viele Inhalte – wie praktisch die gesamten Musik-Angebote – indes weiter Wunschdenken. Sie wissen schon: "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige