Wikileaks enthüllt Spyfiles aus 25 Ländern

Wikileaks machte zuletzt mehr durch interne Probleme und Querelen seines Gründers Julian Assange auf sich aufmerksam. Doch jetzt meldet sich das Whistleblower-Portal mit „Spyfiles“ zurück. In 287 Dateien mit 1.100 Dokumenten enthüllen die Aktivisten, dass mehr als 160 Firmen aus 25 Ländern „legale Abhörsoftware“ an jeden Staat verkaufen, der seine Bürger überwachen will. Darunter finden sich auch Konzerne wie Nokia, Siemens und Hewlett-Packard.

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Assange bezeichnete die Erkenntnisse der Spyfiles als „wie aus Hollywood“. Es sei herausgekommen, dass Firmen Bedienungsanleitungen für Überwachungsprodukte, die beispielsweise an arabische Regierungen verkauft worden sein sollen, bereitstellten, berichtet Spiegel Online. Auch der libysche Geheimdienst soll britische Journalisten mithilfe dieser Software ausspioniert haben.
Assange sagte weiter, dass Wikileaks mit der Veröffentlichung des Dossiers nicht als klassische Whistleblower-Plattform auftrete. Er wolle dem vom britischen Bureau of Investigative Journalism und dessen französischem Pendant OWNI erstellten Werk größere Aufmerksamkeit verschaffen. Dazu ist Wikileaks wieder diverse Medienpartnerschaften eingegangen, diesmal mit der Washington Post, der italienischen Zeitung L’Espresso, der indischen Zeitung The Hindu und angeblich auch mit der ARD.
Das MDR-Magazin „Fakt“ berichtete bereits im August über die Verwicklung der deutschen Firma Gamma in die Arbeit ägyptischer Überwachungsbehörden. Gegenüber Heise.de dementierte ein Sendersprecher des derzeit federführenden WDR jedoch eine offizielle Zusammenarbeit mit Wikileaks.

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