Wie die Porno-Industrie das iPad erobert

Der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs rief einst den “Freedom of Porn” aus. Damit meinte er nicht die gelebte Freizügigkeit, sondern die strikte Verbannung schlüpfriger Inhalte von sämtlichen mobilen Endgeräten sowie aus dem Appstore. Nun scheint die Busenbarriere zu bröckeln: Die Pornobranche drängt mit Hochdruck aufs iPhone und aufs iPad. Mit Saucytime umgeht nun ein neuer Anbieter von Facetime-Sex mit üppigen Oberweiten und ebenso üppigen Preisen sogar die Appstore-Hürden.

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Die US-IT-Industrie ist für ihre Prüderie bekannt. Nackte Oberkörper, gespreizte Beine und entblößte Hinterteile sind auf Geräten, die eigentlich für die ganze Familie gedacht sind, verpöhnt. Lange Zeit konnte Apple diese No-Sex-Strategie konsequent durchsetzen.

Prominentestes Beispiel in Deutschland war die App von stern.de, die Apple wegen anzüglicher Aktmotive kurzerhand aus dem Appstore nahm. Das scheint das fleischverarbeitende Gewerbe aber nicht davon abzuhalten, weiterhin mit neuen Angeboten auf Apples mobile Endgeräte zu drängen.

Das gelingt ihr auch immer wieder, unter anderem mit Webseiten wie iPhone4S.com. Was nach einer offiziellen Webseite für Apple neues iPhone klingt, enthält expliziten Content speziell für iPhone und iPod touch. In Cupertino strengt man eine groß angelegte Klage gegen die mobile Porno-Industrie an. Um sicherzugehen, dass die Klage auch gehört wird, hat man die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) mit ins Boot geholt.

Obwohl es in diesem Rechtsstreit in erster Linie um Urheberrechtsfragen gehen dürfte, ist dem zwei Wochen jungen Start-up Saucytime bereits ein großer Wurf gelungen. Als HTML5-App designt können zahlungswillige iPhone- oder iPad-User mit freizügigen Damen per Videochat oder per iMessage kommunizieren.

Über die Web-App werden nicht nur die Verbindungen aufgebaut, sondern auch der gesamte Zahlungsverkehr abgewickelt – ohne Zahlung von Provisionen an Apple. Es ist nicht der erste Dienst, der nackte Haut in Facetime anbietet. Vor Monaten ging schon iP4Play an den Start, floppte aber schließlich fatal. Der Betreiber machte die zu geringe Facetime-Nutzung verantwortlich. Mit Saucytime soll sich das jedoch ändern.

Dafür will nicht zuletzt auch die umtriebige Mitgründerin Lei Jayne sorgen, die neben ihrem Job als Facetime-Freundin angeblich Psychologie an der Universität von Leeds studiert. Im Interview mit CultofMac erklärt sie, dass nun weitaus mehr Menschen Facetime nutzen würden. Ob die wiederum bereit sind, pro Minute 3,10 Dollar zu zahlen, steht allerdings in den Sternen.

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