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Übernahme-Poker: der Kampf um Yahoo

Das Endspiel um den Online-Pionier Yahoo hat offenbar begonnen. Nach einem Jahrzehnt des Abstiegs verdient das Internetportal zwar weiter gutes Geld, spielt in der Facebook-Ära jedoch bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Begehrlichkeiten weckt Yahoo für Investoren trotzdem: Einerseits für den Kooperationspartner Microsoft, der mit einer Übernahme sein Suchgeschäft stärken könnte – andererseits für die China-Beteiligung Alibaba, die ihrerseits die Chance zur Übernahme wittert. Entscheiden dürften Private Equity-Investoren.

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Das Endspiel um den Online-Pionier Yahoo hat offenbar begonnen. Nach einem Jahrzehnt des Abstiegs verdient das Internet-Portal zwar weiter gutes Geld, spielt in der Facebook-Ära jedoch bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Begehrlichkeiten weckt Yahoo für Investoren trotzdem: Einerseits für den Kooperationspartner Microsoft, der mit einer Übernahme sein Suchgeschäft stärken könnte – andererseits für die China-Beteiligung Alibaba, die ihrerseits die Chance zur Übernahme wittert. Entscheiden dürften Private Equity-Investoren.  

Die Nachrufe auf Yahoo sind vielfach geschrieben worden. Irrelevant, nicht in der Social Media-Ära angekommen, schlecht gemanagt – so lauteten einige der Standard-Abgesänge auf den Ende 1999 noch mit Abstand wertvollsten Internet-Konzern.

Nicht, dass Yahoo vor finanziellen Engpässen stehen würde – noch immer verdient das S&P-Mitglied von Quartal zu Quartal dreistellige Millionenbeträge und zählt mit einem Börsenwert von 20 Milliarden Dollar weiter zu den zehn wertvollsten Internetkonzernen; es hat sich nur einfach nicht weiter entwickelt.

Microsoft froh über Scheitern der ersten Übernahmeversuche
Nur allzu schmerzhaft werden Yahoos an den sentimentalen Abschied ihres Gründers Jerry Yang vor drei Jahren zurückdenken. Einen Turnaround konnte auch die frühere Autodesk-Managerin Carol Bartz nicht einleiten – ihr Vermächtnis dürfte am ehesten der geräuschsvolle Abgang sein. Seitdem halten sich die Übernahme-Gerüchte hartnäckig.

Zwei Fronten haben sich aufgebaut: Da ist einerseits der amtierende Partner Microsoft, der mit Yahoo eine Kooperation bei der Suche betreibt und 2007 bereits die Mond-Offerte von 45 Milliarden Dollar abgegeben hatte – der Deal scheiterte seinerzeit am hartnäckigen Widerstand Yangs. "Manchmal hat man einfach Glück", frohlockte Microsoft-CEO Steve Ballmer Jahre später.

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Yahoo-Aktie springt um 7 Prozent nach Alibaba-Gerüchten
Heute könnte vielleicht schon die Hälfte der Summe reichen, wenn man jüngsten Spekulationen glauben darf. Demnach hat ein Konsortium, das vom Private Equity-Investor Silver Lake angeführt wird und zu dem auch Microsoft gehört, ein Gebot über 16,60 Dollar je Aktie abgegeben haben – das wären gerade mal 6 Prozent mehr als der Schlusskurs von gestern. 

Kein Wunder jedoch, dass noch andere Käufer auf die Idee kommen, den Online-Pionier zu ermäßigten Kursen zu übernehmen. Wie Bloomberg berichtet, soll ein Konsortium um die Private Equity-Investoren Blackstone und Bain Capital bereit sein, bis zu 20 Dollar pro Aktie für Yahoo aufzubringen. Maßgeblich beteiligt am Deal: Yahoo-Tochter Alibaba, die ihren 40 Prozent-Anteil zurückkaufen und im Gegenzug die US-Mutter selbst übernehmen möchte.

Konzernchef Jack Ma hatte in der Vergangenheit erklärt, man sei an einer Yahoo-Akquisition "sehr interessiert". Allerdings solle sie bevorzugt als freundliches Übernahmeangebot erfolgen. Die Aktien von Yahoo zogen nach dem Bekanntwerden der Übernahmegerüchte im nachbörslichen Handel um fast 7 Prozent auf 16,72 Dollar an. 

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