Neue Prognose lässt Verlage hoffen

Dass E-Reader auf dem Weg sind, Nutzung und Geschäftsmodelle im Buch- und Zeitschriftenmarkt zu revolutionieren, wird schon seit Jahren prognostiziert. 2012 soll endgültig der Durchbruch kommen: Bei Preisen zwischen 60 und 100 Euro erobern die Lesegeräte zunehmend einen Platz in den Handtaschen, prognostiziert der Trendmonitor 2012 von Goldmedia. Die Unternehmensberatung schreibt weiter, dass die „heiligen“ TV-Werbeetats schrumpfen würden. Und sie sieht das Smartphone als „Fernbedienung fürs Leben“.

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Anderen mobilen Lesegeräten wie Smartphone oder Tablet haben E-Reader Goldmedia zufolge Entscheidendes voraus: Ein ruhiges, dem Buch ähnliches Bild sowie lange Akkulaufzeiten. So biete sich Zeitschriftenverlagen die Chance, elektronische Geschäftsmodelle im Massenmarkt zu etablieren. Denn bekomme der Kunde das passende Lesegerät zum digitalen Zeitungsabo fast gratis dazu, sei eine große Hürde bereits genommen.
Wenig überraschend prognostiziert die Firma auch Smartphones eine rosige Zukunft. Diese würden mit ihren Multimedia-Funktionen „zur Fernbedienung für das gesamte Leben“. Und bislang verfüge nur jeder Dritte in Deutschland über ein Smartphone. Bei einer Wachstumsrate von aktuell 36 Prozent werde sich diese Zahl schnell nach oben verändern, zumal auch hier der Netzwerkeffekt ein schnelles Wachstum anheize. Zudem werde im Jahr 2012 der Beginn der LTE-Datenübertragungstechnik (auch 4G genannt) mit sehr hohen Bandbreiten die Einsatzmöglichkeiten der Smartphones deutlich erweitern, auch wenn mit einem tatsächlichen Durchbruch von LTE erst in zwei Jahren zu rechnen sein werde.
Goldmedia-Analysten verfassten den Trendmonitor 2012
Für das Fernsehen erwartet Goldmedia unterschiedliche Entwicklungen. Die positiven zuerst: Das deutsche Fernsehen werde – wie in den USA oder auch in Großbritannien – mehr Social-Media-Elemente in das Programm einbinden. Als gutes Beispiel nennt die Unternehmensberatung „Berlin – Tag & Nacht“ auf RTL2. Der Facebook-Auftritt ist fester Bestandteil der geskripteten Vorabendsendung. Die Protagonisten berichten von ihrem, dem Anschein nach „echten“, Leben. Die neue Sendung hat jetzt schon deutlich mehr Facebook-Fans als das Primetime-Dickschiff „Das Supertalent“ (RTL). 2012 werden andere Sender nachziehen, so Goldmedia. Das habe den Vorteil, auch außerhalb der Sendezeiten in den Köpfen der Seher präsent zu sein.
Auch beim Smart TV sehen die Wirtschaftsstrategen Entwicklungspotenzial. Denn laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nutzen von den vier Millionen Haushalten, die einen internetfähigen Fernseher besitzen, gegenwärtig nur 13 Prozent die Funktion. „Diese Lücke muss die Industrie 2012 schließen. Das ‚Wie’ des Anschlusses der Geräte an das Internet muss den Anwendern dabei ebenso nahe gebracht werden wie der Nutzen für Information und Unterhaltung“, fordert Goldmedia. Erst dann ließen sich auch tragfähige Geschäftsmodelle durchsetzen. „Eine gemeinsame Initiative der Marktbeteiligten ist gefragt.“
Weniger euphorisch geht es beim Thema TV-Werbung zu. Denn viele Nutzer verfolgen Filme, Shows oder Serien mittlerweile zeitversetzt im Internet, was sich bisher nicht rechne. Die Wachstumsraten für Online-Video-Werbung seien aber momentan dreistellig. Es werde verstärkt auf Midrolls gesetzt, deren Anteil an den Erlösen von 2010 auf 2011 um sieben Prozentpunkte gestiegen sei. Als Folge würden sich TV-Budgets in den Online-Bereich verlagern.

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