Chip: mehr Exklusives gegen das Minus

Mehr Seiten, mehr Struktur und mehr exklusive Inhalte, die es im Web so nicht gibt: Burda unterzieht seine Print-Ausgabe der Chip einem Relaunch. "Wir haben uns hingesetzt, jedes Element herausgenommen, ganz genau betrachtet und so das gesamte Heft noch einmal komplett neu gedacht", sagt Chefredakteur Thomas Pyczak gegenüber MEEDIA. Der Heftumbau ist der Abschluss eines schwierigen Jahres für die Münchener. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate mussten sie ein Auflagenminus von 24 Prozent verkraften.

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"Auch wenn wir den umfassendsten Heftumbau seit über zehn Jahren umgesetzt haben, will Chip auch weiterhin der verlässliche Begleiter für das digitale Leben sein," sagt Pyczak. Das Ziel des Chefredakteurs ist es sowohl beim Storystelling, wie auch beim Design der modernste und innovativste Technik-Titel am Kiosk zu sein.

Das überarbeitete Cover der neuen Chip
Zwei gute Beispiele für diesen Anspruch sind zum einem die fünfteilige Serie über die neuen Weltreligionen Facebook, Google & Co. von Peter Glaser oder auch der überarbeitete Testteil, der auf viel mehr Text und einen ganz praktischen Test-Ansatz setzt. "Die Zeit der reinen Prüf-Tabellen ist vorbei. Auch bei unseren Tests versuchen wir jetzt einen ungewöhnlichen Erzähl-Ansatz zu finden".

Test der Handy-Betriebssysteme
So treten in einem großen Vergleich der Handybetriebssysteme neben den obligatorischen Benchmark-Grafiken auch drei Experten der drei großen Systeme iOS, Android und Windows Mobile gegeneinander an. Die Kenner müssen dabei im Wettkampf gegen die Zeit unter anderem testen, wie lange es dauert, einen neuen Termin anzulegen. Je nutzerfreundlicher ein Betriebssystem, desto schneller wird die Aufgabe erledigt – so zumindest die Theorie. "Bei den neuen Tests achten wir künftig darauf, dass wir sie so nie online stellen werden. Das sind Inhalte, die es nur noch im gedruckten Heft geben wird", erklärt der Blattmacher. Auch das ist eine Möglichkeit die Print-Marke gegenüber dem boomenden Web-Angebot besser abzugrenzen.

Peter Glaser über die Religion Apple
Ansonsten setzt auch die überarbeitete Chip noch immer auf die Multi-Channel-Strategie, mit der die Burda-Marke ansonsten höchst erfolgreich fährt. Das Heft wird es also auch weiterhin als iPad-App geben und Serien wie die fünf Glaser-Texte werden ebenfalls weiterhin gebündelt als "Chip Thema" in einer gesonderten App-Version verkauft.
Die 20 zusätzlichen Seiten werden auf die drei Ressorts Trend, Test und Technik verteilt. Alle drei Teile sollen inhaltlich tiefer werden. "Bei den Trends kommt es uns beispielsweise darauf an, Innovationen der digitalen Welt zu begleiten – zugleich unbefangen-begeistert wie ein kleines Kind und kritisch-detailgenau wie ein Ingenieur", sagt Pyczak.

So surft die Welt
Zur veränderten Präsentation von Themen gehören auch grafische Änderungen. "Wir wollen jetzt noch mehr Wert auf die Gestaltung legen", verspricht Pyczak. So seien die Typgrafie modernisiert und die Farbvielfalt des Heftes deutlich erhöht worden. "Auch mit dem Cover, das in einem radikal neuen Design daherkommt, hebt sich die Chip nun deutlicher von den anderen monatlichen Techniktiteln ab."
Das Ziel des Relaunches, der zumindest in der ersten Ausgaben einen gelungen und harmonischen Eindruck macht, liegt für den Chefredakteur eindeutig in der Stabilisierung der Auflage. Trotz der herben Verluste kommt das Magazin noch immer auf einen Gesamtverkauf von 255.472 Exemplaren und wirft offenbar noch immer ganz anständige Renditen ab. Allerdings ist das Webportal mit seinen 59 Millionen Visits mittlerweile auf dem Weg, der gedruckten Ausgabe den Rang des Flaggschiffs der Chip-Gruppe streitig zu machen.

Selbermachen: Jetzt auch in Chip
Einen echten Leckerbissen für erwachsene Spielkinder und Hobby-Tüftler bietet die neue Chip auch. In der Rubrik Basteltipps erklärt die Redaktion, wie man lustige Gadgets aus altem Elektroschrott bauen kann. So gibt es beispielsweise eine Anleitung, um aus einem alten Handy ein Internetradio zu schrauben. Die Bauanleitungen erinnern an die Anfänge vieler Computermagazine, als sie noch viel mehr einem Tüftler-Blatt glichen als den heutigen Service-Heften. Grundsätzlich geht es laut Pyczak bei der Umgestaltung des Heftes jedoch darum, "näher an der Lebenswelt der Leser zu sein".

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