Zuckerberg: „Haben einige Fehler gemacht“

Mit seinen schwer zu überblickenden Privatsphäre-Einstellungen hat Facebook seine Nutzer immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Nun muss sich das weltgrößte Social Network von der US-Handelaufsicht FTC eine Rüge anhören, seine Mitglieder nicht hinreichend über Änderungen informiert zu haben. Gründer Mark Zuckerberg gab sich kleinlaut und erklärte im Blog, "einige Fehler gemacht zu haben". Man kooperiere mit der FTC und werde sich künfig für Änderungen die Zustimmung der User einholen.

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Das Unbehagen bei Facebook kennen Nutzer seit Jahren: Immer wieder gibt es Änderungen in den Privatsphäre-Einstellungen, immer wieder müssen Haken neugesetzt  und neubestimmt werden, was für wen sichtbar ist. Irgendwann wurde es unübersichtlich, und die US-Handelskommission FTC schaltete sich ein. Das ist zwei Jahre her, als Facebook plötzlich für jedermann die Freundeslisten offen legte.

Seitdem wurde an den Privatsphäre-Einstellungen alle paar Monate kräftig weitergewerkelt. Mark Zuckerberg glaubt bis heute, "eine gute Bilanz" darin zu haben, "die Art, wie Informationen geteilt werden, übersichtlich und transparent zu machen", wie der Facebook-Gründer in seinem jüngsten Blogeintrag schreibt. Gleichzeitig räumt der 27-Jährige Versäumnisse ein – "ein paar Fehler", wie Zuckerberg es nennt.
FTC-Beschwerde-Liste in gleich sieben Fällen
Auf "diese Fehler" hat die FTC in einer Beschwerdeliste gleich in sieben Fällen aufmerksam gemacht: Es geht unter anderem um die Datenweitergabe  von Mitgliedern an Drittanbieter (Apps) und Werbetreibende oder die Speicherung von Daten nach der Löschung des Accounts.

Facebook reagierte nun mit einer Verbesserungsankündigung seiner Datenschutzregeln. Demnach soll das weltgrößte soziale Netzwerk Nutzer bei der Weitergabe persönlicher Daten deutlicher um die Zustimmung fragen. Man werde die Nutzer künftig noch besser informieren, erklärte Zuckerberg via Blogpost.

Wichtige Einigung vor möglichem Börsengang

Wie zuvor Google bei seinem inzwischen eingestellten Social Media-Dienst Buzz erklärte sich Facebook bereit, seine Datenschutz-Praktiken über 20 Jahren unabhängigen Prüfungen unterziehen zu lassen. Im Falle eines Verstoßes drohen Strafgelder in Höhe von 16.000 Dollar je Ordnungspunkt – Peanuts für den Internet-Aufsteiger, der dieses Jahr bereits einen Nettogewinn in Milliardenhöhe erzielen soll.
Wichtig für Facebook ist vor allem die Tatsache, den seit Jahren schwelenden Konflikt mit der FTC vor dem wahrscheinlichen Börsengang im nächsten Jahr ausgeräumt zu haben. Mit einer Anklage muss das US-Unternehmen nun nicht mehr rechnen. Im Gegenteil: FTC-Chairman Leibowitz lobte Zuckerbergs Einsicht sogar: "Sie haben die Fehler eingesehen und den Willen des Unternehemens zu einer Verbesserung der Privatsphäre gezeigt."

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