„Super Nanny“: Kinderschutzbund begrüßt Format-Aus

Immer wieder hatte sich der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) gegen die entwürdigende Zuschaustellung von Kindern in der RTL-Sendung "Super Nanny" ausgesprochen. Über das Ende des Formats ist man nun umso mehr erfreut. "Dadurch fühlen wir uns in der Kritik bestätigt, die wir seit vielen Jahren an der 'Super Nanny' äußern", so Heinz Hilgers, Präsident des DSKB.

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In einem Offenen Brief hatte sich der DKSB-Bundesverband zuletzt im Oktober an RTL gewandt: Man sei entsetzt darüber, dass eine Mutter bei den Dreharbeiten Gewalt gegen ihr Kind ausgeübte – ohne dass das Kamerateam oder Katia Saalfrank eingegriffen hatten. Für eine ähnliche Situation hatte die Kommission für Jugendmedienschutz den Sender im Mai 2010 mit einem Bußgeld von 30.000 Euro belegt.
"In den vergangenen Monaten haben sich mehrere Familien, die bei der ‚Super Nanny‘ mitgemacht haben, hilfesuchend an uns gewandt", wird Martina Huxoll, stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., in einer Mitteilung zitiert. "Sie haben von gezielten Manipulationen während der Dreharbeiten berichtet. Bei den Beteiligten entstand der Eindruck, dass es darum geht, möglichst dramatische Situationen und höchst emotionale Aussagen zu filmen – und nicht darum, den Kindern zu helfen."

Dies hatte auch Saalfrank in einer internen E-Mail an RTL, aus der der Spiegel am Wochenende zitierte, angeführt. Der Sender habe in ihre Arbeit als Fachkraft "extrem (…) und teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen". Zudem hatte sie die "Entwicklung des medialen Markts" hin zu "gescripteter" Realität kritisiert.  
Am Wochenende war bekannt geworden, dass RTL keine neuen Folgen der "Super Nanny" drehen werde. Die letzte Folge lief am 16. November.

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