Die fröhliche E-Weihnacht fällt aus

Während in den USA das Geschäft mit E-Readern vor Weihnachten in diesem Jahr brummt wie nie, herrschen bei kleineren und mittelständischen deutschen Buchhändlern Skepsis und Angst. Hersteller wie Sony und Barnes & Noble melden in den USA, dass die beliebtesten E-Reader Modelle bereits Lieferschwierigkeiten haben. Hierzulande hat eine Umfrage des Fachmagazins Buchreport ergeben, dass Händler außerhalb der großen Ketten keinen E-Book-Boom vor dem Fest erwarten. Kein Wunder.

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Während in den USA das Geschäft mit E-Readern vor Weihnachten in diesem Jahr brummt wie nie, herrschen bei kleineren und mittelständischen deutschen Buchhändlern Skepsis und Angst. Hersteller wie Sony und Barnes & Noble melden in den USA, dass die beliebtesten E-Reader Modelle bereits Lieferschwierigkeiten haben. Hierzulande hat eine Umfrage des Fachmagazins Buchreport ergeben, dass Händler außerhalb der großen Ketten keinen E-Book-Boom vor dem Fest erwarten. Kein Wunder.
Während auch deutsche Groß-Filialisten wie Thalia (mit dem Oyo-Reader) oder die zu Verkauf stehende Weltbild-Gruppe (mit diversen Billig-Readern) durchaus mit Macht in das E-Book-Geschäft investieren, herrscht bei kleinen und mittelständischen Buchhändlern eine offenbar tief sitzende Skepsis vor dem neuen Medium, die einer Schockstarre gleicht. 52 Prozent der vom Buchreport befragten stationären Buchhändler gaben an, zum Weihnachtsgeschäft gar keine E-Reader anzubieten. Die Frage, ob das Geschäft mit E-Readern und E-Books zu Weihnachten anzieht, beantworteten nur 25 Prozent mit “Ja”, 46 Prozent mit “Nein” und 29 Prozent wussten es nicht so genau.

Laut Buchreport beklagen sich einige der Händler über einen “angestifteten Hype”, wieder andere wollen sich erst 2012 intensiver um das Thema kümmern. Der Buchreport schreibt: “Es herrscht insgesamt viel Skepsis, ob kleinere Buchhandlungen im Fall eines tatsächlich einsetzenden Booms daran Teil haben können und als kompetent wahrgenommen werden.” Diese Aussage offenbart die in weiten Teilen der Händler vorherrschende Schizophrenie beim Umgang mit dem E-Book. Man hat gar keine E-Reader im Sortiment, will sich eigentlich auch nicht mit dem Thema befassen und hat gleichzeitig Angst, dass ein eventueller Boom an einem vorbeigehen könnte.

Bei dieser negativen Haltung ist es eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, dass ein E-Book-Boom am stationären Buchhandel außerhalb der großen Ketten garantiert vorbeigehen wird. Wer keine E-Reader anbietet, kann am Boom auch nicht teilhaben oder als kompetent wahrgenommen werden. Schon jetzt kristallisiert sich heraus, wer das deutsche E-Book-Geschäft unter sich aufteilen wird. Das werden in erster Linie Amazon mit dem Kindle und die großen Ketten Thalia und Weltbild/Hugendubel sein. Ebenso einzelne E-Reader Hersteller mit angeschlossenen Online-Buchläden wie Sony und Kobo sowie der Buchhandelsdienstleister Libri, der ebenfalls sehr stark aufs E-Book-Geschäft setzt. Dann kann man noch Google und Apple dazuzählen, die jeweils auch eigene E-Book-Angebote betreiben.

Der stationäre Buchhandel versucht das Problem derzeit zu lösen, indem die Augen geschlossen werden und man hofft, das E-Book-Gespenst werde schon wieder irgendwann irgendwie verschwinden. Dies wird aller Voraussicht nach nicht passieren. Alle Experten sind sich einig, dass E-Books künftig das gedruckte Buch zwar nicht ersetzen, aber einen guten Teil des Marktes übernehmen werden. Dieser Tatsache sollte der “Buchhändler um die Ecke” ins Auge zu sehen, wenn er geschäftlich überleben will. Nicht nur vor Weihnachten.

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