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Germany´s Gold: Einen Schritt weiter

Die Fusionskontrolle hat "Germany´s Gold" überstanden. Jetzt geht das von ARD und ZDF geplante Vorhaben, eine Video-on-Demand-Plattform im Netz anzubieten, in die Kartellprüfung. Dies teilte das Bundeskartellamt am Montag abend mit. Mit anderen Worten: Die Bonner Behörde prüft, ob Wettbewerbsbeschränkungen durch das neue Angebot entstehen könnten. Auf dem Werbemarkt sei dagegen keine Gefahr für den Wettbewerb zu befürchten.

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Hintergrund: ARD und ZDF wollen eine gemeinsame Plattform in Internet anbieten. Dort sollen Serien, Shows und Filme gegen Bezahlung angeboten werden – nicht nur von ARD und ZDF, auch von Drittanbietern. Es ist den öffentlich-rechtlichen Sendern erlaubt, Inhalte kommerziell weiterzuverwerten. Die Vermarktung der Inhalte wird über kommerzielle Töchter der Sender abgewickelt. Die Plattform gäbe ARD und ZDF die Möglichkeit, Videos über die erlaubte Frist von sieben Tagen hinaus für Zuschauer verfügbar zu halten – gegen Bezahlung oder werbevermarktet. Bisher bieten die Öffentlich-Rechtlichen in ihren Online-Mediatheken ausgestrahlte Sendungen kostenlos zum Abruf an. Nach einer Woche müssen diese jedoch wieder aus dem Archiv genommen werden.

Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamts, sagte in einer Stellungnahme: "Wir werden unter anderem prüfen, ob mit den Plänen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Wettbewerbsbeschränkungen auf der Produktions- und Lizensierungsstufe verbunden sind. Außerdem werden uns auch mit den Zuschauermärkten befassen."

Ein ganz ähnliches Vorhaben von RTL und ProSiebenSat.1 wurde vom Bundeskartellamt untersagt. Die Begründung lautete, dass die Privatsender mit dem Vorstoß im Netz eine marktbeherrschende Stellung auf dem Fernsehwerbemarkt bekommen. Die Entscheidung wird von RTL und ProSiebenSat.1 angefochten. Diese Hürde hat "Germany´s Gold" schon genommen. Denn, so Mundt: "Rein fusionsrechtlich bestehen keine Probleme, da die Beteiligten auf den in Betracht kommenden Märkten – anders als RTL und ProSiebenSat.1 gemeinsam auf dem Fernsehwerbemarkt – nicht marktbeherrschend sind und es durch den Zusammenschluss auch nicht werden."

Gegenüber dem Handelsblatt hatte die WDR-Vizeintendantin Eva-Maria Michel bereits angekündigt, dass auch Werbung auf dem geplanten Portal denkbar ist.

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