Bauer-Bilanz: leichter Umsatz-Rückgang

Zum dritten Mal in der Unternehmensgeschichte wird die Bauer Media Group im laufenden Geschäftsjahr die 2-Milliarden-Euro-Grenze bei den Umsatzerlösen durchbrechen. Wie die Geschäftsführung auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg bekannt gab, wird der Außenumsatz 2011 ersten Hochrechungen zufolge bei 2.003,6 Millionen Euro liegen. Im Jahr zuvor betrug dieser noch 2.128,9 Millionen Euro. Der deutsche Markt blieb mit 870,0 Millionen Euro vor Großbritannien auch 2010 der mit Abstand wichtigste Markt.

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In Großbritannien wurden 566,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Polen- (269,1 Millionen Euro) sowie USA-Geschäft (231,4 Millionen Euro) lagen weit dahinter. Das umsatzstarke Jahr 2010 begründet Bauer mit den verstärkten Auslandsakquisitionen der vergangenen Jahre. Nach eigenen Angaben stammen 59 Prozent der Umsatzerlöse aus dem internationalen Geschäft. Derzeit ist Bauer in 15 Ländern aktiv und beschäftigt 8.700 Mitarbeiter in den zum Anteilsbesitz der Mediengruppe gehörenden 277 Unternehmen.

Als Kerngeschäft konzentriert sich das Medienhaus weiter auf seine Printprodukte. Von Anfang 2010 bis heute wurden 97 Titel gelauncht, davon elf im Inland und 86 im Ausland. Insgesamt publiziert das Unternehmen nun 396 Zeitschriften. Im Inland konnten die Hamburger ihre Marktposition in relevanten Segmenten mit insgesamt 62 Zeitschriften weiter ausbauen. Im Ausland ist der Großbritannien-Markt mit 90 Zeitschriften der wichtigste. In Polen ist die Bauer Media Group mit 99 Zeitschriften nach eigenen Angaben Marktführer bei den Programmtiteln, aber auch bei den Frauen- und Jugendtiteln. In einigen Ländern Osteuropas konnte das Medienhaus darüber hinaus seine Marktanteile ausbauen.

Die Vertriebsumsätze entwickelten sich im Jahr 2010 leicht rückläufig und sanken auf 1.335,9 Millionen Euro (rund minus 1,6 Prozent gegenüber 2009). Sie bildeten mit 62,8 Prozent nach wie vor den größten Anteil der Außenumsätze. Bei den Anzeigenerlösen konnte ein leichtes Wachstum vermeldet werden: Sie stiegen um 2,8 Millionen Euro auf 381 Millionen Euro. Für 2011 rechnen die Hamburger allerdings mit einem Minus für die Vermarktung. Das Management rechnet mit Umsätzen von 364 Millionen Euro. Für das aktuelle Geschäftsjahr wird ein Umsatz von 1.244 Millionen Euro erwartet.

Auch die Hörfunk-Sparte meldete ein Wachstum: Das Unternehmen konnte für das Jahr 2010 eine Umsatzsteigerung von 12,7 Millionen Euro auf insgesamt 179,2 Millionen Euro verzeichnen. Zurückzuführen sind diese Ergebnisse in erster Linie auf die Marktpositionen in Polen und Großbritannien: Mit Grupa RMF gehört die größte polnische Radiogesellschaft. Die drei zugehörigen Sender erreichen nach eigenen Angaben täglich 10,85 Millionen Hörer, was einem Marktanteil von 31,1 Prozent entspricht. In Großbritannien betreibt das Medienhaus mit Bauer Radio Network (42 Sender) die zweitgrößte kommerzielle Radio-Gruppe und verfügt damit über einen Marktanteil von 24,7 Prozent. In 20 von 21 Märkten soll Bauer Radio die jeweilige Nummer eins sein.

Für das kommende Jahr will sich Bauer das Digitalgeschäft vornehmen. Die eigenen Marken sollen ausgebaut werden, dazu habe die Akquisition auf allen internationalen Märkten oberste Priorität. Derzeit gehören Bauer 112 Online-Produkte, die einen Digitalumsatz im mittleren zweistelligen Bereich erwirtschaften. Für das Jahr 2010 verzeichnete der Verlag im Bereich Online eine Umsatzsteigerung von 27,1 Prozent auf 52,1 Millionen Euro. Im Jahr 2011 soll dieser ersten Hochrechnungen zufolge 60,1 Millionen Euro betragen.

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