NZZ bittet Nutzer im Web zur Kasse

Kritiker nennen es den „Abschied aus dem Internet“: Die Neue Zürcher Zeitung führt im ersten Quartal 2012 eine Bezahlschranke für ihr Web-Portal ein. Nach dem Vorbild der New York Times sollen sich Nutzer ab einer bestimmten Anzahl an gelesenen Artikeln pro Monat erst registrieren und später zahlen müssen. Wie viele Beiträge frei zugänglich bleiben, steht laut dem Leiter Digitale Medien, Peter Hogenkamp, noch nicht fest. Zusätzlich legt die NZZ ihre Print- und Onlineredaktionen zusammen.

Anzeige

Es gebe keine Trennung mehr zwischen Print- und Onlinejournalisten, sagte Chefredakteur Markus Spillmann dem Schweizer Kommunikationsportal Persoenlich.com. Verschiedene thematische Redaktionen sollten künftig Inhalte für alle Kanäle, also auch für die iPad-Version, produzieren. Der 44-Jährige bezeichnete sein Team als „sehr leistungsfähig“, aber für die neuen Aufgaben brauche es „natürlich nun auch noch etwas Motivation“.
Zur Motivation könnten künftig steigende Digitaleinnahmen beitragen. Mit einer „metered Paywall“ setzt die NZZ auf ein bewährtes Modell, das unter anderem die New York Times und das Hamburger Abendblatt verwenden. Diese mussten zuerst einen Traffic-Einbruch befürchten. Doch der blieb aus. Zusätzlich will das Schweizer Blatt seine Online-Ausgabe erweitern. Neben der Pdf-Version soll es daher eine neue Digitalausgabe geben, die nicht nur auf dem iPad, sondern auch auf anderen Geräten aufgerufen werden kann. Auf diese Weise wolle er eine Klientel erreichen, „die nicht mehr zeitungsaffin ist“, sagte er zu Persoenlich.com.
Digital-Leiter Hogenkamp sprach davon, Social Media werde mit dem neuen Modell eine zunehmend wichtige Rolle spielen, „weil die ganze Zeitung online und sharable ist“. Er schrieb weiter bei Twitter, mit der metered Paywall verabschiede man sich eben nicht aus dem Internet, „weil alle Artikel einsehbar sind“. Außerdem plane die NZZ einen Relaunch der Website, der ebenfalls im ersten Quartal des kommenden Jahres vollzogen sein soll.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige