Manroland-Druckerei muss Insolvenz anmelden

Dass es dem Druckmaschinenhersteller Manroland finanziell nicht gut geht, war bereits bekannt. Jetzt hat das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt, teilte es in einer Pressemeldung mit. Davon könnten bis zu 6.500 Mitarbeiter betroffen sein.

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Die Verhandlungen mit einem potenziellen Investor sind „auf der Zielgerade gescheitert“, teilte Manroland mit. Das Unternehmen hat gleichzeitig Antrag auf Anordnung der Eigenverwaltung gestellt, um die laufenden Restrukturierungen entsprechend finalisieren zu können.
Der Vorstand von Manroland strebt die Sanierung wesentlicher Einheiten im Rahmen der laufenden Restrukturierung in Eigenverwaltung an. Das eingeleitete Insolvenzverfahren gebe die Möglichkeit, den Restrukturierungsprozess weiter zu forcieren und das Unternehmen durch die schwierige Phase zu steuern. „Bei aller Enttäuschung über den einzuschlagenden Weg bietet das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung hinreichend Chancen, weil das Unternehmen überzeugende Produkte, das nötige Know-how und eine exzellente Mannschaft hat“, heißt es in der Mitteilung.
Auslöser für den Insolvenzantrag ist der erneute dramatische Einbruch im Auftragseingang, der seit Mitte Juli zu beobachten ist und sich zuletzt beschleunigt hat. Zwar herrsche nach wie vor großes Interesse an den Drucksystemen von Manroland, doch infolge der Finanzkrise hätten sich die kundenseitigen Finanzierungsmöglichkeiten erheblich erschwert. Gleichzeitig hat der Wettbewerbsdruck angesichts sinkender Aufträge zu einer weiteren Verschärfung des Preisdrucks und damit zu sinkenden Deckungsbeiträgen geführt. Die Marktgröße liegt bei nur noch 50 Prozent des Niveaus vor Beginn der Krise 2008. Nach anfänglichen Erholungstendenzen zu Beginn des Geschäftsjahres bis weit in den Sommer hinein hat sich das Marktumfeld – insbesondere in den USA und in Westeuropa sowie für das Segment Bogendruckmaschinen – erneut abgeschwächt. Gleiches gilt für die Geschäfte in China, die jedoch weiter auf hohem Niveau bleiben.
Betroffen sei die gesamte Branche, was in dieser Dramatik nicht vorhersehbar gewesen sei. Der Generalbevollmächtige und der vorläufige Insolvenzverwalter werden nun zeitnah die Sanierungschancen verifizieren. Derzeit werde der Geschäftsbetrieb der Manroland AG in vollem Umfang aufrechterhalten. Manroland beschäftigt 6.500 Personen, davon 5.000 in Deutschland.

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