Kairo: Polizei verprügelt Guardian-Reporterin

Qualvolle Stunden für Mona Eltahawy: Die ägyptische Bloggerin und Journalistin wurde in der Nacht zum Donnerstag von der Polizeibehörde festgenommen und danach brutal misshandelt. Über zwölf Stunden wurde Eltahawy festgehalten. Die 44-Jährige, die u.a. für den britischen Guardian und den kanadischen Toronto Star schreibt, wurde zunächst sexuell belästigt und erlitt dann in Haft Brüche an Hand und Arm. Eltahawy wurde erst freigelassen, als die Sicherheitskräften auf ihren US-Pass aufmerksam wurden.

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Ägypten bleibt ein extrem heikles Pflaster für Journalisten: Richard Gutjahr, der während der arabischen Revolution vom Tahrir-Platz in Kairo bloggte, zog im Februar rechtzeitig die Reißleine: "Ich hau ab. Das wird mir zu heiß", twitterte der Moderator einer Abendssendung im Bayerischen Rundfunk seinerzeit. Die amerikanische Starjournalistin Lara Logan ("60 Minutes" auf CBS) blieb weitere zwei Wochen – und wurde vom Mob verprügelt und sexuell genötigt.

Übergriffe musste nun auch eine einheimische Journalistin über sich ergehen lassen – allerdings von ungewohnter Seite. Ägyptische Sicherheitskräfte nahmen die 44-jährige Journalistin Mona‘>(Guradian, Toronto Star) fest und zerrten sie ins Innenministerium. Eltahawy hatte sich während erneuter Demonstration gegen Militärrat auf dem Kairoer Tahrir-Platz aufgehalten und berichtet.

Eltahawy erlitt Brüche an Hand und Arm

Dort wurde Eltahawy, die als Bloggerin eines der prominentesten Gesichter der ägyptischen Social Media-Szene ist, von Polizisten erst sexuell belästigt und dann brutal mit einem Schlagstock zusammengeschlagen. Die Folge: Eltahawy erlitt Brüche an ihrer Hand und am Arm.

Via Twitter berichtete die 44-Jährige, deren Account über 85.000 Follower zählt, umgehend und detailliert über ihr Martyrium: "Eine Gruppe von fünf oder sechs Männern hat mich umzingelt, sie haben meine Brüste angefasst, in meinen Genitalbereich gegriffen, ich weiß nicht, wie viele Hände versucht haben, in meine Hose zu greifen."

"Die Welt solle wissen, wie die brutal die ägyptische Polizei vorgeht"

Nach 12 Stunden wurde die ägyptische Bloggerin schließlich freigelassen – vermutlich, weil die Behörden auf ihre doppelte Staatsbürgerschaft aufmerksam wurden: Neben der ägyptischen besitzt Eltahawy noch die amerikanische Staatsbürgerschaft. "Die letzten zwölf Stunden waren schmerzhaft und surreal, aber ich bin noch viel, viel besser davongekommen als so viele andere Ägypter", twitterte Eltahawy.

Die mehrfach prämierte Journalistin berichtete weniger später in CNN über die Übergriffe. Sie habe von den Demonstrationen berichtet und Fotos geschossen, erklärte Elthawy in Interview – dann sei die an ihren Haaren gezogen worden und abgeführt worden. "Ich möchte, dass die Welt weiß, wie die brutal die ägyptische Polizei vorgeht."

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