Libris voreilige E-Book-Revolution

Der Online-Buchshop Libri.de hat verkündet, dass bei ihm im Oktober 2011 erstmals mehr E-Books verkauft wurden als gedruckte Bücher. Libri promotet außerdem den neuen E-Book-Reader von Sony, den PRS-T1. Laut Libri sind derzeit 95 Prozent der Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste Hardcover als E-Books erhältlich. Die Jubelmeldung ist allerdings ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Der Marktanteil von E-Books in Deutschland steigt zwar, ist aber immer noch sehr klein.

Anzeige

Der Online-Buchshop Libri.de hat verkündet, dass bei ihm im Oktober 2011 erstmals mehr E-Books verkauft wurden als gedruckte Bücher. Libri promotet außerdem den neuen E-Book-Reader von Sony, den PRS-T1. Laut Libri sind derzeit 95 Prozent der Top 20 der Spiegel-Bestsellerliste Hardcover als E-Books erhältlich. Die Jubelmeldung ist allerdings ein wenig mit Vorsicht zu genießen. Der Marktanteil von E-Books in Deutschland steigt zwar, ist aber immer noch sehr klein.

So kam die aktuellste Studie zum Thema von dem Marktforschungsunternehmen GfK zum Ergebnis, dass E-Books im ersten Halbjahr 2011 einen Marktanteil von gerade mal mickrigen 0,7 Prozent im deutschen Markt hatten. Wie passt das zur Jubel-Meldung von Libri.de? Augenfällig ist, dass Libri.de bei der Pressemeldung keine absoluten Zahlen nennt. Libri ist in erster Linie ein Dienstleister für den Buchhandel und betreibt als Service-Dienstleister Online-Shops für andere Unternehmen. Die Umsätze über Libri.de sind also alles andere als repräsentativ für den Gesamtmarkt.

Grundlage für die jüngste E-Book-Erfolgsmeldung sind aber nur die Bücher, die direkt bei Libri.de verkauft wurden. Libri verbindet die Meldung zudem mit reichlich PR für den neuen Sony Reader PRS-T1. Laut Libri “ein besonderes Weihnachtsgeschenk”. Die Vermutung liegt also nahe, dass man hier ein bisschen für E-Book-Rummel vor Weihnachten sorgen wollte, um den Verkauf von Büchern und Readern anzukurbeln.

Dass das Geschäft mit E-Books auch hierzulande steigt stimmt allerdings. So weist die genannte GfK-Studie aus, dass der Marktanteil von E-Books im ersten Halbjahr 2010 noch bei nur 0,5 Prozent lag. Seit dem Verkaufsstart von Amazons E-Book-Reader Kindle in diesem Jahr hat das Thema E-Books deutlich an Fahrt aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass die Marktanteile der digitalen Leseware künftig sehr viel schneller wachsen. In den USA und Großbritannien kommen E-Books bereits auf Marktanteile von über 6 Prozent und steigen auch dort noch weiter. Bis aber tatsächlich irgendwann in Deutschland mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft werden, ist es noch ein ziemlich weiter Weg.
Nur noch eines, liebe Libris: Den Begriff "P-Books" für Print-Bücher, den meint Ihr doch hoffentlich nicht wirklich ernst, oder?

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige